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19.04.2007

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Menschenrechte Ried

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14.12.2006 Bei schlimmen Kindern kommt der Krampus, bei Polizeischikanen wir!
Teilnehmerbericht des 10. Dezember 2006

„Boooaaah“ sagt das kleine Mädchen mit der gestrickten Haube und der Vater, der der Kleinen ihr Händchen hält, spuckt den Glühwein aus. Aber nicht, weil der zu heiß ist, sondern weil er sichtlich erschrocken ist über das, was sich seinen Augen bietet: Um die Ecke biegt in diesem Moment, lautstark und zielstrebig, ein Marschblock. Auf dem Führungstransparent steht „Für das Recht auf freie Meinung, Versammlung, Heimat und Menschenwürde“.

Der Schauplatz: Der historische Kern der Stadt an der Enns, die „Christkindlstadt“ Steyr. 17 Uhr, der Adventmarkt ist rege belebt. Schmiedekünstler zeigen hautnah ihr Handwerk, Perchten und Krampuse jagen vermeintlich schlimme Kinder über das Kopfsteinplaster und am Stand für „heiße Getränke“ lässt so mancher Bürger gerade seinen Sonntag ausklingen. Doch die Idylle wird zerstört, als eben der illegale Demonstrationszug die Leute auseinander treibt. Unerbittlich hämmern die Parolen der rund 70 Nationalisten in die Stille. Zielstrebig bahnen sich hier Jugendliche den Weg durch die Adventmarktbesucher. Denn die unerwünschten Demonstranten, die hier so dreist sind und den Weihnachtsfrieden platzen lassen, sind entschlossen ihre Sache am heutigen Tage sauber zu vollenden. Und damit ist ein gewaltiger Paukenschlag in der Innenstadt von Steyr gemeint, den so mancher nicht vergessen wird. So mancher, der sich die Parolen „Trotz Verfolgung sind wir hier, die Straße frei, jetzt kommen wir!“, „Freie Rede, freies Wort – hier und jetzt an jedem Ort“ oder „Die Straße frei der volkstreuen Jugend!“ am Abend noch einmal durch den Kopf gehen lassen wird und dabei fragt, was diese Leute, denen die Polizei Minuten später mit Vollgetonhorn und Blaulicht hinterher gerast ist, wollten…
Der Grund für dieses Spektakel war der internationale Tag der Menschenrechte. „Menschenrechte“, ein von vielen so gerne strapaziertes Wort. Das immer gerne dazu herhalten muss, wenn es darum geht Asylschwindel und Verbrechen an Land und Volk zu verharmlosen. Ein Wort, das für alle gilt, nur nicht für die Deutschen in deutschen Landen. Und damit ist vor allem und gerade auch das deutsche Österreich gemeint, auch wenn man ohne weltanschaulichen Spagat behaupten kann, daß diese Regierung tatsächlich als „österreichisch“ gelten darf, und nichts mit „deutsch“ zu tun haben muß.

Und so haben sich Nationalisten aus ganz Österreich vorgenommen, an diesem Tag Zeichen zu setzen. Zeichen gegen die Unterdrückung des angestammten Volkes.

Ludwig Reinthaler hatte in Ried im Innkreis eine Kundgebung angemeldet: „Wie geht Ried und Oberösterreich mit den Menschenrechten um?“ als Reaktion auf mehrere verbotene Versammlungen gegen ihn. Und wie gehen sie damit um, mit unliebsamen Meinungen, Menschen, Organisationen und Versammlungen: Sie verbieten sie. Und so natürlich auch am Tag der Menschenrechte.
Reinthaler und einige Kameraden kamen trotzdem: Mit einem schwarzen Sarg mit der Aufschrift „Menschenrechte“. Sie trugen am Stelzhamerplatz in Ried im Innkreis symbolisch die Menschenrechte zu Grabe.

Zeitgleich waren junge Nationalisten in ganz Oberösterreich unterwegs und auf den Beinen, um Flugzetteln zu verteilen, in welchen auf die Problematik hingewiesen wurde.
5.000 Flugblätter konnten so von mehr als 80 mobilen Kameraden ins Volk getragen werden: Unter anderem in den Orten Freistadt, Gallneukirchen, Perg, Linz, Wels, Gmunden, Ansfelden, Geinberg, Altheim, Suben, Weyer …

Für die meisten Mitstreiter und Teilnehmer ein beeindruckender Tag, konnte doch anschaulich bewiesen werden, daß auch unter Druck und drohender Repression etwas geleistet werden kann.
Ausschließlich über interne Mobilisierung war es also möglich in der unmittelbaren Vorweihnachtszeit über 80 junge Aktivisten zu gewinnen, die bei kaltem Wetter Adventmärkte und Innenstädte besuchten, um auf die politische Verfolgung im eigenen Land hin zu weisen. Während die bürgerliche Jugend der etablierten Versagerparteien und die Ziehsöhne- und Töchter der Spaßgesellschaft dabei waren, ihre Räusche von nächtelangen Weihnachtsfeiern aus zu schlafen oder schon wieder gierig Christstollen in sich hinein zu mampfen, haben nationale Aktivisten bewiesen, dass sie an Einsatzbereitschaft und Entschlossenheit unübertroffen sind.

Noch bis spät in die Nacht hinein haben Polizisten bei den Zubringerstraßen von Steyr Fahrzeuge kontrolliert und im Zuge dessen vermeintliche „Demonstranten“ notiert oder gleich sogar fest genommen. Noch über eine Stunde später wollen hysterische Spießbürger junge Leute gesehen haben, die dabei waren als die Burschen mit „Naziparolen durchn Christkindlmoarkt glaufn san“ und haben in bürgerlicher Zivilcourage die Notrufnummer der Polizei gewählt. Und die armen Polizisten mussten immer und immer wieder die Geschichte erzählen, warum denn dieser Ausnahmezustand herrsche. „Weil fast hundert Personen mit rechtsradikalen Parolen durch die Stadt gezogen sind.“ – „Und waren die Parolen verboten?“ – „Das wissen wir nicht.“

Der Inspektor Mayer hat nach Dienstschluß um 20 Uhr noch seinen Freund, den Huber vom Pfarrgemeinderat, besucht und ihm beim Abbau des Standes vor der Kirche unterstützt. Und wisst ihr was der Polizist Mayer sinngemäß zum freiwilligen Kirchenmitarbeiter Huber gesagt hat? Es ist schon eine Sauerei, wenn die unsrigen Burschen alles verboten wird und die Ausländer dürfen sich alles erlauben. Hätten sie denen auch was Angemeldetes genehmigt, wir hätten uns den ganzen Wirbel heute sparen können.

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