14.11.2010
Erfolgreiches Münchner Heldengedenken 2010 – Ude bringt nur 2000 auf die Beine
Das gibt wohl den ersten Rüffel für Miriam Heigl, Leiterin der erst vor kurzem installierten „Fachstelle gegen Rechtsextremismus“ der Stadt München. Die 34jährige Soziologin und Politikwissenschaftlerin war der Öffentlichkeit von Oberbürgermeister Christian Ude als Geheimwaffe der Stadt gegen den „Rechtsextremismus“ präsentiert worden, erste Bewährungsprobe sollte die Koordination der Gegenkundgebung gegen das Münchner „Heldengedenken“ der Freien Szene am Samstag, 13.11., sein. Das Ergebnis ist mager: trotz wochenlanger Trommelei auf allen Kanälen ließen sich nur schlappe 2000 Teilnehmer von Ude, Heigl, Knobloch und Co. für die zentrale Anti-Rechts-Kundgebung auf dem Sendlinger Tor-Platz mobilisieren – nicht einmal halb so viel wie im Mai, als rund 4000 Gegendemonstranten gegen eine lokale rechte Kundgebung im Stadtteil Forstenried protestiert hatten.
Das diesjährige Heldengedenken, zu dem sich rund 150 Teilnehmer aus dem In- und Ausland eingefunden hatten, ging denn auch planmäßig und ohne nennenswerte Behinderungen vonstatten. Die Polizei, die zum Schutz gegen gewaltbereite Gegendemonstranten nach eigenen Angaben etwa 1800 Beamte in der Münchner Innenstadt zusammengezogen hatte, verhielt sich vorbildlich und ermöglichte heuer erstmals auch die Durchführung der Abschlußkundgebung, die direkt vor der bayerischen Staatskanzlei stattfand.
Unter den Gästen und Rednern befanden sich neben dem Münchner BIA-Stadtrat Karl Richter, der die Begrüßung zu Veranstaltungsbeginn auf dem Isartorplatz übernahm, der bayerische NPD-Landesvorsitzende und Nürnberger Stadtrat Ralf Ollert, Axel Reitz (Bochum), Robert Faller (Generalsekretär der österreichischen NVP), der oberbayerische NPD-Bezirksvorsitzende Roland Wuttke, der Traunsteiner NPD-Kreisvorsitzende Uwe Brunke sowie Christian Worch (Hamburg), der die juristische Vorbereitung des diesjährigen Heldengedenkens koordiniert hatte.
Die von OB Ude zusammengetrommelte Münchner „Zivilgesellschaft“ artikulierte sich am Rande des Gedenkzuges vor allem durch Haßchöre und unausgesetzte Pfeifkonzerte. Der Münchner BIA-Stadtrat Karl Richter wird sich am Montag in einer Stadtratsanfrage nach dem Ausmaß der linksextremen Gewalt am Rande des Heldengedenkens erkundigen – Medienberichten zufolge hatten linke Randalierer versucht, gewaltsam Polizeiabsperrungenzu durchbrechen; eine Polizeibeamtin wurde dabei verletzt.