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18.01.2018

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Leitwährung US-Dollar: Wie lange währt er noch?

Währungspolitische Antwort Russlands und Chinas auf US-Sanktionspolitik! 

Sascha A. Roßmüller 

Die Frage nach der Weltleitwährung könnte schon absehbar die Debatten der internationalen Politik bestimmen. Eine Leitwährung kennzeichnet, dass diese für Transaktionen über Währungsräume hinweg in maßgeblicher Weiße und für manche Geschäftsabwicklungen sogar ausschließlich herangezogen wird. Dies bringt für die entsprechende Nation mehrerlei Vorteile mit sich, die der Ökonom Barry Eichengreen von der Berkely Universität bezüglich des Leitwährungsstatus des US-Dollars berechnete und auf einen wirtschaftlichen Nutzen von drei Prozent des amerikanischen Volkseinkommens kam. Allerdings bekommt der US-Dollar zunehmend Konkurrenz und womöglich sind die Tage seiner Leitwährungsdominanz schon bald gezählt. Insbesondere China und Russland spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle, aber auch einige Schwellenländer. Russland und China sind nicht nur bemüht, ihre Schulden abzubauen, sondern vor allem ihre Dollar-Aktiva. Und auch der iranische Führer Ali Khameni empfahl gegen Ende des vergangenen Jahres dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, den US-Sanktionen zu begegnen, indem Methoden zur Schwächung des Dollars angewandt werden, und zwar durch Ersatz nationaler Währungen bei Transaktionen zwischen zwei oder mehr Parteien, um so Amerika zu isolieren. Chinas Devisenbörse führte vergangenes Jahr bereits ein Zahlungssystem für Rubel- und Yuan-Transaktionen ein. Mit dessen Hilfe können internationale Handelsgeschäfte ohne Umweg über den Dollar abgerechnet werden. Im Zuge der Initiative „Neue Seidenstraße“ sollen noch weitere vergleichbare System geschaffen werden. Überdies plant die Moskauer Börse absehbar nahezu eine Milliarde US-Dollar für in Yuan notierte Anleihen auszugeben. „Solche Schritte werden es möglich machen, den US-Dollar aus den gegenseitigen Abrechnungen zu entfernen und mittelfristig nur Yuan und Rubel - im Moment meist Yuan - zu verwenden, wenn mehr Spezialisten aus dem russischen Finanzsektor in diese Richtung arbeiten", kommentierte Gleb Sadoja, der Leiter der analytischen Abteilung des Portals Analitika Online diesen Schritt.

Unmissverständlich war auch, was Putin auf dem vergangenen BRICS-Gipfel in Xiamen aussagte: „Russland teilt die Besorgnis der BRICS-Länder über die Ungerechtigkeit der globalen Finanz- und Wirtschaftsarchitektur, die dem wachsenden Gewicht der Schwellenländer nicht angemessen Rechnung trägt. Wir sind bereit, mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um internationale Reformen bei der Regulierung im Finanzbereich voranzutreiben und eine übermäßige Dominanz der begrenzten Zahl an Reservewährungen zu überwinden." Und bereits im September 2017 hatte Peking angekündigt, einen Rohölterminkontrakt ins Leben zu rufen, der in Yuan ausgezeichnet und in Gold umwandelbar ist. Handelspartnern wird es durch diesen Vertrag - ohne vorhergehende US-Dollar - ermöglicht, mit Gold zu zahlen oder Yuan in Gold umzutauschen. Die neue Transaktionsform soll es Öl-Exporteuren wie Russland, Iran oder Venezuela künftig ermöglichen, US-Sanktionen durch den Handel mit Öl in Yuan zu umgehen, schlussfolgerte Russia Today. Außerdem soll das Instrument die weitergehenden Pläne der Regierung unterstützen, die Nutzung der nationalen Währung bei Handelsvereinbarungen zur Regel zu machen. Die russische Zentralbank (CBR) hat die Anschaffung von Goldreserven im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. 1250 Tonnen Gold kamen hinzu, um sich von ausländischen Währungen, insbesondere dem US-Dollar unabhängig zu machen. Aber auch Indien und China kaufen seit Jahren zunehmend Gold auf. Es sieht fast so aus, als wolle China zur Golddeckung, die die USA 1972 nur beendeten, weil sie ihre Schulden nicht mehr mit Gold decken konnten. Dies war die Geburtsstunde des Petrodollars, der durch die chinesischen und russischen Antworten auf die US-Sanktionspolitik schweren Erschütterungen ausgesetzt sein könnte. Laut einer Erklärung auf der Webseite des Kremls hat Russlands Präsident die Regierung aufgefordert, die Gesetzgebung beispielsweise dahingehend zu verändern, dass der russische Rubel zur Hauptwährung im Währungswechsel an allen russischen Seehäfen wird. Darüber hinaus wird, wie durch den Vorsitzenden des Russischen Direktinvestionsfonds, Kyrill Dimitriew, zu erfahren war, im BRICS-Finanzausschuss über die Schaffung einer gemeinsamen virtuellen Währung gesprochen. Zudem sollen lokale Währungen künftig den Außenhandel bestimmen. Dimitriew erwähnte am Rande des oben genannten BRICS-Gipfels, dass eine BRICS-Kryptowährung dazu beitragen könnte, den US-Dollar und andere Währungen als Handelswährung unter den BRICS-Schwellenländern abzulösen. Die BRICS-Länder haben überdies die Umstellung auf lokale Währungen für wechselseitige Verträge mit dem chinesischen Yuan als die führende Währung ins Auge gefasst, wobei die New Developement Bank (NDB) eine maßgebliche Rolle einnehmen wird. - Fraglich, wie lange angesichts dieser Entwicklungen die US-Währung noch währt...

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