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12.01.2018

Lesezeit: etwa 5 Minuten

Russische Wirtschaft trotz erfolgreich westlicher Sanktionspolitik!

 

Moskaus Volkswirtschaft im Wachstumsmodus

Sascha A. Roßmüller

Der neue kalte Krieg des Westens mit Russland wird über eine sich sukzessive ausweitende Sanktionspolitik auch auf wirtschaftlichem Feld ausgetragen. Im Wesentlichen gibt hier die Europäische Union dem Druck der USA nach, ohne die ökonomischen Kollateralschäden im eigenen Beritt zu berücksichtigen. Insbesondere die deutschen Außenhandelskammern beklagen und kritisieren die westliche Sanktionspolitik gegenüber Russland stark, das natürlich nach dem Spiegelprinzip seinerseits auf jeweilige Sanktionsmaßnahmen reagiert. Welche Wirkung hat aber die antirussische Politik des Westens überhaupt für das stark in die wachsende Eurasische Wirtschaftsunion (EWU) eingebundene Russland überhaupt? Eine zeitweilige nicht völlig in Abrede zu stellende Rezession wurde von Moskau ohne Zweifel überwunden, stellte doch selbst der Bericht der Weltbank vergangenes Jahr fest, dass das Land in 2017 ein moderates Wachstum generierte, sowie auch der IWF seine Einschätzung zur russischen Wirtschaftsentwicklung nach oben korrigierte. Die Weltbank prognostizierte für 2017 und 2018 ein russisches Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent und für 2019 ein Wachstum von 1,8 Prozent. Die mittelfristige Wachstumsprognose für Russland habe sich nach einer über den Erwartungen liegenden Erholung der Inlandsnachfrage und höheren Exporten leicht verbessert, hieß es in dem Bericht. Und auch in Sachen Wettbewerbsfähigkeit hat sich Russland, allen Sanktionen zum Trotz, keineswegs verschlechtert – ganz im Gegenteil. Folgt man der Einordnung des diesbezüglichen Global Competitive Index (GCI) kletterte Russland binnen nur eines Jahres um immerhin fünf Rangstufen nach oben. Die Ratingagentur Fitch teilte gegen Ende des vergangenen Jahres darüber hinaus mit, dass Russlands Issuer Default Rating (IDR) erhöht wurde, wodurch die Kreditwürdigkeit Russlands anstieg. Der bekannte Investor Jim Rogers geht aufgrund der im Vergleich zu den meisten anderen Ländern sehr geringen Verschuldung Russlands von einer künftig weiteren Verbesserung der Ratingnoten für Russland aus.

Russlands Inflationsrate sank seit 2016 um etwa drei Prozent und wurde von Fitch als für Russland "beispiellose niedrig“ bezeichnet. Auch führte eine Diversifizierung der Wirtschaft zu einer Verringerung der Abhängigkeit vom Erdöl. Während die Erdöleinnahmen bis 2014 noch etwa die Hälfte des Budgets ausmachten, lag dieser Anteil 2017 nur noch bei 36 Prozent. Was den Arbeitsmarkt betrifft, hat Russland 2017 Gesetze verabschiedet, durch die nicht nur der Mindestlohn erhöht wurde, sondern auch die befristeten Beschäftigungen geschützt werden. Dies dürfte zusätzlich zur Verringerung der Inflation eine Stärkung der Kaufkraft hervorrufen. Auch das Energieprojekt „Kraft Sibiriens“, das Russland mit China durch eine 3.000 Kilometer langen Pipeline-Strecke verbindet, geht - ohne die aus Deutschland bekannten Verzögerungen bei Infrastrukturgroßprojekten - termingerecht voran. Es handelt sich dabei um eines der größten bilateralen Wirtschaftsprojekte zwischen Russland und China, dem ein Rahmenvertrag aus 2014 zwischen Gasprom und CNPC in der Größenordnung von mehr als 400 Milliarden Dollar mit einer Laufzeit von 30 Jahren zugrunde liegt. 38 Milliarden Kubikmeter Erdgas sollen künftig jährlich über diese Pipeline aus Russland nach China fließen. Moskau und Peking planen überdies mit dem Projekt "Kraft Sibiriens 2" bereits, eine weitere Pipeline über eine westliche Route nach China zu bauen, über die weitere 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert werden sollen. Gazprom-Vorsitzender Alexei Miller geht von einem künftigen Gasverbrauch von 300 Milliarden Kubikmeter in China aus. 2016 lag dieser bei etwas über 200 Milliarden Kubikmetern. Das russische Unternehmen Gazprom verdrängte inzwischen auch den US-amerikanischen Öl- und Gasgiganten ExxonMobil vom Spitzenplatz des S&P Global Platts 250 Ratings der Energiekonzerne der Welt. Unter den ersten fünf Plätzen findet sich auch die chinesische CNPC, Platz sechs wird wiederum vom russische Ölkonzern Lukoil belegt. Der russische Gasmonopolist Gazprom hat im vergangenen Jahr mit 470,8 Milliarden Kubikmeter um 12,3 Prozent mehr Gas gewonnen als 2016. Die Erdöllieferungen an die Raffinerien in Russland sind 2017 um 0,2 Prozent auf 284,873 Millionen Tonnen gewachsen.

Der Handel zwischen China und Russland überstieg in der ersten Hälfte des Jahres 2017 laut dem stellvertretenden russischen Ministerpräsident Dmitri Rogosin 38 Milliarden Dollar. Auch mit Serbien will Russland sein Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich der Verkehrsinfrastruktur verstärken sowie auch im Bankenbereich verbessern. Dies besprach Putin unter anderem erst im Dezember bei einem Treffen mit dem serbischen Präsidenten, Aleksandar Vučić. Auch die Rolle Russlands im Kampf gegen die IS-Terrormiliz in Syrien, eröffnete Moskau wirtschaftliche Möglichkeiten. Bereits 2016 bot Syrien Russland die Rechte zur Erkundung und Erschließung von Land- und Offshore-Öl- und Gasvorkommen an. Im Speziellen wurde an Russland herangetreten, die Raffinerie Baniyas zu modernisieren und eine weitere Raffinerie in Kooperation mit dem Iran und Venezuela zu errichten. Ebenso will sich Russland mit Blick auf die in Syrien befindlichen Phosphatlagerstätten dort an der Phosphatgewinnung beteiligen. Überdies sind die syrische Häfen ideal für den Export von russischem Weizen ins Land und angrenzende Länder, wie beispielsweise den Irak. Laut dem russischen Vize-Premierminister verzeichnete Russland in 2017 eine erneute Rekord-Weizenernte. Russland ist der weltweit größte Produzent und Exporteur von Getreide. Unlängst besuchte erstmals der saudische König Moskau, was die Verhandlungen bestärken dürfte, Saudi-Arabien zu einer Drehscheibe für russische Agrarprodukte zu machen. Gleichzeitig erhöht Russland Produktion und Export von Bio-Lebensmitteln. Bereits 2015 kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, sein Land zum größten Anbieter gesunder, ökologisch sauberer und qualitativ hochwertiger Lebensmittel machen zu wollen. Im Vergleich dazu sei daran erinnert, dass erst im September der EuGH Italien untersagte, eine in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Kulturpflanze zu verbieten. Es darf wohl begründet angenommen werden, dass sich Russland nicht allzu sehr von der westlichen „Sanktions-Drohkulisse“ beeindrucken lassen wird.

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