19.04.2007
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Schafe im Wolfspelz
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Zur Hauptseite wechseln27.02.2006 In der BRD löst ein Kinofilm tiefe Besorgnis aus.
Nein, es wird nicht der Holocaust verharmlost oder geleugnet, es wird auch nicht das Antlitz des Propheten Mohammed bei seiner Reise nach Medina gezeigt oder die Unfähigkeit der politischen Klasse der BRD, das Land vernünftig zu regieren, thematisiert. Ein türkischer Action-Film mit dem Titel „Tal der Wölfe“ erregt die Gemüter. Insbesondere der bayerische Ministerpräsident Stoiber hat nach seinem kläglichen Intermezzo in Berlin offenkundig die Sprache wiedergefunden und poltert: „Dieser Film will zu einem Kampf der Kulturen führen und spielt den Radikalen in die Hände.“ Stoiber fordert die Absetzung des Streifens: „Dieser unverantwortliche Film fördert nicht die Integration, sondern sät Haß und Mißtrauen gegen den Westen. Dieser Film sollte sofort aus den deutschen Kinos verschwinden. Ich fordere die Kinobetreiber in Deutschland auf, diesen rassistischen und antiwestlichen Haß-Film sofort abzusetzen.“
In „Tal der Wölfe“ kämpft ein türkischer Geheimdienstheld im Irak gegen die Amerikaner. Der Westen, Juden und Christen werden als Feindbild der islamischen Welt dargestellt. In einer Filmszene entnimmt ein jüdischer Arzt irakischen Gefangenen Organe, die für den Export nach Amerika bestimmt sind.
Wo ist das Problem? Seit Jahrzehnten wird die Welt mit Hollywood-Machwerken belästigt, in denen wahlweise Indianer, Chinesen, Russen, Japaner, Koreaner, Deutsche und notfalls auch Außerirdische als das absolut Böse, als hassens- und vernichtenswerte Widerlinge dargestellt werden. Es ist nicht bekannt, daß Stoiber und Co. sich jemals für ein Aufführungs- oder Ausstrahlungsverbot von Haß- und Propagandafilmen wie „Schindlers Liste“, „Der Soldat James Ryan“, „Rambo“ usw. ausgesprochen hätten, ganz zu schweigen von den diversen „Mengele-hat-überlebt-und-operiert-weiter-Filmen“, bei denen die Organentnahme zum Standardrepertoire gehört.
Daß diese im Falle eines Falles nicht von jüdischen Ärzten vorgenommen wird, versteht sich bei den Produzenten und Finanziers dieser Reißer von selbst. Solange in den öffentlich- rechtlichen Fernsehstationen uralte Agitprop-Klamotten und wüste US-Produktionen sendefähig sind, sollten Meinungszensoren die Luft anhalten. Es wird ja niemand gezwungen, ins Kino zu gehen, während für den antideutschen Propagandamüll in Funk und Fernsehen monatlich saftige GEZ-Gebühren zwangsentrichtet werden müssen. Soweit zum Thema „Tal der Wölfe“. – Der Zufall will es, daß die Innenminister der Länder mit einer Agitionskampagne ausgerechnet unter dem Motto „Wölfe im Schafspelz“ den deutschen „Rechtsextremisten und Neonazis“, bzw. was die BRD-Innenminister dafür halten, zu Leibe rücken wollen. Scheinbar wissen neben türkischen Filmschaffenden auch die BRD-Propagandaexperten um die Notwendigkeit eines reißerischen Titels um ausreichend Kundschaft anzulocken. Während „Tal der Wölfe“ weitgehend mit dem Empfinden der Türken im speziellen und der Moslems im allgemeinen konform geht, handelt es sich bei der „Wölfe im Schafspelz“-Kampagne um ein der Wirklichkeit entrücktes Phantasieprodukt berufsmäßiger Nazijäger und Vergangenheitsbewältiger, mithin all jener, die vom Elend unseres Volkes sehr gut leben. Es ist Teil der BRD-eigenen Realsatire – die sich kritische Beobachter beim besten Willen nicht auszudenken vermögen – daß im Mittelpunkt der Haßkampagne „Wölfe im Schafspelz“ der Propagandaschinken „Platzangst“ steht.
Ein 16-jähriger muß sich in der holzschnittartigen, klischeeüberladenen Schwarz-Weiß-Geschichte zwischen seiner „rechtsradikalen“ Schlägerclique – äußerst authentisch mit grünen Bomberjacken dargestellt - und der Liebe zu einem hübschen blonden Mädchen entscheiden, daß in Rußland geboren wurde. Ganz offensichtlich haben die Autoren dieses Machwerkes keinerlei Zugang mehr zu den realen Gefühls- und Lebenswelten deutscher Jugendlicher im Jahre 2006. Anders ist dieser Schwachsinn nicht zu erklären. Doch – er ist vielleicht zu erklären. Möglicherweise handelt es sich bei den dafür verantwortlichen Personen um „Schafe im Wolfspelz“. Wenn Bayerns Oberpolizist Beckstein nach der Präsentation der Haßkampagne meint: „Obwohl ich schon lange im Geschäft bin, erschreckt mich das doch sehr!“ müßte man ihm vorhalten, daß es erschreckend ist, wie deutsche Kinder und Jugendliche an Bayerns Schulen von jugendlichen Ausländerbanden gemobbt, verprügelt, malträtiert, beraubt und erpresst werden.
Der Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Erwin Hetger, zugleich Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg, will mit dem „Anti-Neonazi- Medienpaket ins Mark der Braunen treffen“. Insbesondere solle bei der NPD Verunsicherung ausgelöst werden. Ganz abgesehen davon, daß man dem nationalen Widerstand immerhin Mark in den Knochen attestiert – was bei Systemlingen kaum noch vorhanden ist, und sich im Normalfalle proportional zur staatlichen Alimentierung bemißt– dürfte sich die neueste Masche genauso als ein Schuß in den Ofen erweisen, wie die hunderte Millionen teuren Anti-Rechts-Projekte der Vergangenheit. Realität und Propaganda, Lebenswirklichkeit und Wunschdenken der herrschenden Klasse der BRD klaffen immer weiter auseinander. Dieser Widerspruch kann durch keine noch so ausgeklügelten Behandlungsmethoden der Bewußtseinsingenieure außer Kraft gesetzt werden. Das mußten zuletzt die SED-Realitätsverächter in ihrer dogmatischen Hybris erleben. Auch wenn alle 13 bis 16-jährigen Schüler die „Wölfe im Schafspelz“ über sich ergehen lassen müssen, wird es dadurch keine Lehrstelle mehr geben, kein arbeitsloser Vater wird dadurch wieder einen Arbeitsplatz erhalten und keine vergammelte Schule wird mangels Geld renoviert werden können.
Nein, die vermutlichen „Schafe im Wolfspelz“ basteln unverdrossen weiter an ihren eigenen Realitäten: Bundesfinanzminister Steinbrück will sich einen „Imageberater“ für 320 000 € pro Jahr genehmigen, um seine vorhersehbare Bauchlandung medienwirksam weichzuzeichnen. Das Bundesverfassungsgericht verbietet den Abschuß von Passagierflugzeugen samt Insassen durch Bundesluftwaffenmaschinen bei angenommener Terroristenkaperung. Na und – was forderte sogleich der Bundesinnenminister Schäuble, assistiert von seinem Parteifreund Kauder? Dann müsse man eben das Grundgesetz ändern! Wenn die NPD aber Änderungen am Grundgesetz fordern würde, wäre dies in den Augen Schäubles und Becksteins aber immer ein Beleg ihrer Verfassungsfeindlichkeit! Wenn man es bei den Stoibers, Becksteins, Steinbrücks, Schäubles und Kauders nicht mit dem vermeintlich politischen Spitzenpersonal dieser Republik zu tun hätte, könnte man gelegentlich schmunzeln, denn dumm dahergeredet kostet bekanntlich nichts. Daß diese Leute unser Land aber in diesen unruhigen Zeiten beherrschen, ist beängstigend und läßt nichts Gutes erwarten.