01.06.2009
Gedenkminute in Landsberg am Lech
Die geschichtlichen Daten, die vom Freiheitskampf unseres Volkes künden, sind dicht gedrängt: Im April 1809 erhoben sich die Bauern um Andreas Hofer, am 26. Mai 1923 wird Albert Leo Schlageter von einem französischen Erschießungskommando niedergestreckt und am 31. Mai 1809 fiel in den Straßen von Stralsund der Kommandeur des 2. Brandenburgischen Husaren-Regiments, Major Ferdinand Baptista von Schill, im Alter von 33 Jahren. Sein Kopf wurde Jérôme Napoleon, dem König von Westfalen und Bruder des französischen Kaisers, übersandt, sein Rumpf auf dem Knieperkirchhof in Stralsund verscharrt.
11 Offiziere, 557 Unteroffiziere und Soldaten und 12 Soldatenfrauen kamen in französische Kriegsgefangenschaft. Die Offiziere Schills wurden am 16.September 1809 nach einer nur 15 Minuten dauernden Verhandlung des französischen Kriegsgerichts vor den Toren Wesels erschossen. Ihr aufrechter Gang in den Heldentod wurde von dem Maler A. Hering ebenso beeindruckend auf Leinwand festgehalten wie der Tod Schills in den Straßen von Stralsund.

In Ferdinand von Schill, 1776 bei Dresden geboren und seit dem 14. Lebensjahr Soldat, war die todesverachtende Liebe zum Vaterland ebenso verortet, wie in Andreas Hofer und Albert Leo Schlageter. Sein unbändiger Drang Deutschland von fremden Besatzern und Kollaborateuren zu befreien ließ ihm keine Ruhe. Die deutsche Freiheitsbewegung unter dem Joch des Franzosenkaisers brachte weitere große Männer hervor:
Ernst Mortz Arndt, Hoffmann von Fallersleben, Heinrich von Kleist, Freiherr Stein, Blücher und Gneisenau. Die Bewegung entfaltete ihre Kraft auch über den Sieg gegen Napoleon weiter. Dafür sorgten gerade Männer wie Hofer und Schill mit ihrem Heldentod. Sie sind Leuchttürme unserer Geschichte und Vorbilder in einer Zeit, in der die Politik als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln gegen unser Volk betrieben wird.
In Landsberg am Lech, gedachten am 30. Mai anläßlich der diesjährigen Gedenkdemonstration „Ehre, Treue, Freiheit“ für Albert Leo Schlageter rund 40 junge Deutsche den Helden unserer Nation. Auf dem Hauptplatz der „Stadt der Jugend“ wurde nach dem Abspielen deutscher Freiheitslieder dem Tod von Ferdinand Baptista von Schill in einer Schweigeminute gedacht.