10.01.2009
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Die Stunde der Wahrheit?
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Zur Hauptseite wechselnEndlich, muß man sagen, nehmen auch die Journalisten der großen Zeitungen unseres Landes, allen voran die „Süddeutsche Zeitung“, ihren Beruf ernst und beginnen im „Fall Mannichl“ die Fragen zu stellen, die in unzähligen Weblogs, Internet-Foren und den Leserbriefspalten von Online-Ausgaben vieler Zeitungen und Magazine schon seit fast vier Wochen diskutiert werden. Einzig die „Augsburger Allgemeine“ wollte ihre Leser nicht konsequent für dumm verkaufen und meldete schon vor zwei Wochen die ersten Zweifel an der Tatversion des Opfers (?) Mannichl an.
Jetzt glaubt doch im Lande kaum noch jemand daran. Allein die Verlautbarungen der Ermittlungsbehörden lassen die Öffentlichkeit im Unklaren. So wird drei Wochen nach der Tat die Umgebung des Tatortes nochmals nach Spuren abgesucht. Eingesammelt werden Zigarettenkippen und „Kleinkram“. Man kann dem Landeskriminalamt Bayern sicher nicht unterstellen, planlos herumzuhantieren. Aber zwischen der Tat und der neuen Spurensuche lag Weihnachten und Silvester und mit Sicherheit der Besuch vieler Journalisten und Schaulustiger. Welchen Wert das eingesammelte Material haben soll, erschließt sich dem interessierten Laien nicht. Außerdem hat Glück immer nur der Tüchtige, und hier hat sich die Sonderkommission in Passau völlig widerspruchslos vor den politischen Karren von Seehofer, Herrmann und Amigos spannen lassen.
Wie irrational mittlerweile die Angelegenheit zu werden scheint, belegt eine Meldung des Bayerischen Rundfunks heute gegen 15.40 Uhr: So sollen gefälschte Briefe mit dem Briefkopf der Passauer Polizei kursieren, in welchen ein Polizeibeamter zu einer Presskonferenz einlädt und kundtut, daß die Messer-Attacke auf Mannichl eine Beziehungstat sei. Ganz abgesehen davon, daß diese Vermutung heute ohnehin in fast jeder Zeitung steht, muß auch hier die Frage erlaubt sein: Wem nutzt es? Der Bayerische Rundfunk, der immer mehr zu einer Art CSU-Privatfernsehen verkommen ist, glaubt die Urheber der angeblichen Schreiben – wie gehabt – bei „Neonazis“ oder „Rechtsextremisten“ ausmachen zu müssen.
Welcher Freidenker, welcher kritische Zeitgenosse sollte sich gerade jetzt, wo die Tagespresse sich des Themas annimmt, dem Risiko einer Fälschung aussetzen, deren Urheber zu ermitteln ausreichend Polizeibeamte zur Verfügung stehen. Auch diese Geschichte ist höchst dubios, erinnert sie doch stark an den Vorwurf gegen die NPD, im Zuge der Unterschriftensammlungen zur Landtagswahl in Oberbayern Unterstützungsunterschriften gefälscht zu haben. Allein der Vorwurf hat zu mehreren Hausdurchsuchungen und zu den erwünschten Negativschlagzeilen einige Wochen vor der Wahl geführt, alles heute noch im Internet nachzulesen. Worüber nicht mehr berichtet wird, ist die Tatsache, daß ein Täter bisher nicht ermittelt werden konnte. Welchen Sinn sollte auch eine Unterschriftstotalfälschung haben, weiß doch jeder Unterschriftensammler, daß diese bei der Meldebehörde auffliegt. Vielleicht, so kann man im Freistaat Bayern mittlerweile vermuten, dient die „Passau-Fälschung“ nur als Vorwand, in den kommenden Tagen auch bei denjenigen nationalen Bürgern in Bayern Hausdurchsuchungen durchzuführen und Computer zu beschlagnahmen, die keine 1,90 Meter groß sind, Haare auf dem Kopf und keine Schlangen oder Kreuze mit Pfeil auf Hals oder Gesicht tätowiert haben. Zuzutrauen wäre es einer bis zum Pförtner durchpolitisierten Justiz in Bayern durchaus, allen voran einer Justizministerin Merk, die per Ordre de Mufti vor einigen Jahren eine Verurteilung des Miltenberger Pfarrers Boom verhindert hat, der durch Glockenläuten eine JN-Kundgebung unmöglich machte. Geschadet hat es Boom nicht, er ist jetzt Bischof in Würzburg.
Ob der Polizeidirektor Mannichl die Messeraffäre ohne Karriereknick überstehen wird, ist mehr als zweifelhaft. Gott gebe, daß der wirkliche Täter ermittelt wird.