30.07.2010
Haben Sie es noch nicht bemerkt? Der Aufschwung ist da. So sehen es Wirtschaftsforschungs-Institute, so wiederholen es die Medien, so behaupten es die Regierungsparteien. Weinfest-Eröffner …Entschuldigung … Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) hält in den nächsten Jahren sogar annähernd Vollbeschäftigung für möglich.
Tatsächlich sind hauptsächlich die Auftragsbücher der Automobilindustrie gut gefüllt, Sportwagenhersteller Porsche meldet die höchsten Auftragseingänge seit sechzig Jahren. Aber auch die Verkaufszahlen von Mercedes-Benz, Audi, BMW und Volkswagen haben nicht nur zu einem Ende der Kurzarbeit bei den Autobauern und deren Zuliefern geführt, sondern es werden mittlerweile neue Arbeitskräfte benötigt. Diese Arbeitskräfte werden von den Unternehmen nur zeitlich befristet eingestellt oder von Leiharbeitsfirmen übernommen. Es besteht kein Grund anzunehmen, daß sich dies in den nächsten 100 Jahren – oder zumindest solange, wie das aktuelle Wirtschaftssystem in Deutschland besteht – ändert.
Dabei ist dies die Ursache der Zustände in unserem Land. Allenthalben werden leere Kassen beklagt: Krankenkassen, Rentenkassen usw.
Die hohen Verkaufszahlen der deutschen Autobauer sind fast ausschließlich Bestellungen aus dem Ausland zu verdanken. Und zwar nicht – wie die notorischen Lügner aus Politik und Medien der Bevölkerung immer wieder einzureden versuchen – aus dem EU-Ausland oder gar dem Euro-Raum (ohne EU oder Euro wäre die BRD nach Ansicht der Qualitätslügner ohnehin pleite), sondern aus China, Indien, Rußland, aber auch den USA. Im Zuge der Globalisierung lagerten die europäischen Industriestaaten und die USA einen erheblichen Teil ihrer Warenproduktion nach China oder Indien aus. Dort entstand daher in den letzten Jahren eine Schicht durchaus vermögender Menschen, die mittlerweile in der Lage sind, sich „westliche“ Statussymbole zu leisten. Wenn man zudem bedenkt, daß allein in diesen beiden Staaten über 2,5 Milliarden Menschen leben, kann man sich leicht ausrechen, daß in absehbarer Zeit BWM, Audi und Co. auf Käufer in Europa überhaupt nicht mehr angewiesen sein und trotzdem Jahr für Jahr Verkaufsrekorde aufstellen werden.
In früheren Zeiten war der amerikanische Autobauer Henry Ford darauf stolz, seinen Arbeiten einen so hohen Lohn zu zahlen, daß sie sich die Autos auch kaufen können, die sie bauen. Von so einer Einstellung sind die heutigen Manager meilenweit entfernt. Und das ist auch der Grund für die sich immer stärker verschärfende Krise der Binnenwirtschaft in der BRD. Wer heute Leiharbeitern in einem hochprofitablen Wirtschaftszweig, wie der Automobilwirtschaft, einen Stundenlohn von 7,50 Euro bezahlt, ist mitverantwortlich für den Niedergang unseres Landes.
Ein Beispiel aus Oberfranken: Ein Leser von npd-bayern.de hat sich bei einem großen Autozulieferer aus Coburg beworben. Er erhielt eine schriftliche Absage, aber gleichzeitig die Auskunft, sich bei einer Leihfirma zu bewerben, über welche er dann beim Autozulieferer anfangen könne. Bereits am nächsten Tag meldete sich die in Hamburg ansässige Leihfirma, die in Coburg unter der gleichen Anschrift (!) wie der Autozulieferer residiert. Der Bewerber könne sofort beim Autozulieferer die Arbeit aufnehmen. Stundenlohn: 7,60 Euro!
Da der Bewerber in einem festen Arbeitsverhältnis steht, verzichtete er verständlicherweise auf dieses „Angebot“, da Festangestellte rund 17,00 Euro Stundenlohn erhalten. Ein Arbeitsloser hingegen wäre gezwungen, diesen „Lohn“ zu akzeptieren. Den Wirtschaftsliberalisten sei gesagt, daß es auch im alten Rom keine Arbeitslosen gab. Dort haben die Sklaven für die Begüterten die Arbeit verrichtet.
Der Autozulieferer aus Coburg handelt allerdings nicht unrechtmäßig. Denn der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat mit den Zeitarbeitsfirmen einen Flächentarifvertrag abgeschlossen, der diese Billiglöhne erst ermöglicht. Gewerkschaftsbonzen und die Demagogen von SPD und Linkspartei können sich folglich ihre Krokodilstränen sparen. Sie sind aber nicht nur in diesem Punkt die Feinde der deutschen Arbeitnehmer. Durch die Propagierung der Einwanderungsgesellschaft sind sie die Handlanger der Kapitalistenverbände – BDI, BDA und DIHT -, die am lautesten nach „Zuwanderung“ schreien, um Lohndrücker, Billiglöhner, zusätzliche (vom Steuerzahler alimentierte) Konsumenten und Mieter ins Land zu holen, mit denen die einheimische Bevölkerung konkurrieren muß.
All diese Sorgen hat der frühere DGB-Bonze und jetzige Chef der Linken, Klaus Ernst, nicht. Die nunmehrige Made im Speck der Parteiendemokratie fährt Porsche. Man gönnt sich ja sonst nichts.