24.11.2011
Das Plagiatsverfahren gegen den ehemaligen Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg ist gegen die Zahlung von 20 000 Euro an die Kinderkrebshilfe eingestellt worden. Bei einem geschätzten Vermögen der Guttenbergs von rund 400 Millionen Euro sind 20 000 Euro soviel, wie wenn jemand, der 40 000 Euro sein eigen nennt, ganze zwei Euro Buße zahlen muß.
Zu Guttenberg, der im Bundestag - ohne daß der Bundestagspräsident einschritt – als Lügner, Heuchler, Hochstapler, Aufschneider und Betrüger bezeichnet wurde, bereitet sich ganz offensichtlich auf eine Rückkehr in den bundesdeutschen Politikbetrieb vor. Möglich wäre schon eine Kandidatur zur bayerischen Landtagswahl 2013 im neuen Stimmkreis Kulmbach – Wunsiedel, genannt der Knochen – die oberfränkische NPD spricht eher von einem Frankenstein-Stimmkreis.
Guttenberg trat vor einigen Tagen auf einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax auf und bezeichnete dort das Handeln der europäischen Politiker angesichts der Euro- und Staatsschuldenkrise als wenig kreativ und wenig intelligent. Gut, dies dürfte der Masse der Europäer, die das Euro-Abenteuer ausbaden dürfen, auch schon aufgefallen sein. Ausgerechnet Guttenberg, der sich seinen Doktortitel auf kreative Art und Weise beschaffte und dabei auf die Intelligenz anderer zurück griff, sieht sich in der Lage, über die Kreativität und Intelligenz anderer zu urteilen. Wie intelligent und kreativ Guttenberg in seinem Amt als Bundesverteidigungsminister war, ist an der von ihm geplanten Bundeswehrreform (die wievielte eigentlich?) zu sehen. Sein Nachfolger de Maiziere fand eine chaotische Großbaustelle vor, die – anstatt vier Milliarden Euro einzusparen – deutlich teurer wird. Man kann der CSU nur viel Spaß mit dem Freiherrn wünschen, wenn es ihn wieder ins politische Rampenlicht drängt.
Seit einigen Monaten ist Guttenberg übrigens in einer politischen „Denkfabrik“ beschäftigt, beim „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS). US-Denkfabriken stehen ausschließlich im Dienste der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik.