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NPD Bayerntag 2013

03.10.2007

Lesezeit: etwa 7 Minuten

Beckstein ohne Maske!

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Am vergangenem Wochenende hat Günther Beckstein die Nachfolge von Edmund Stoiber als bayerischer Ministerpräsident angetreten. Auch zum Ende seiner Amtszeit ist sich Stoiber treu geblieben, als er auf dem CSU-Parteitag kräftig auf die konservative Pauke haute.
Doch er ist der alte Sprücheklopfer geblieben. Wie sonst ist es zu erklären, dass er wenige Tage zuvor in einer Fernsehgesprächsrunde zu verstehen gab, daß es ihn nicht sorge, daß man in Deutschland irgendwann den Namen Ali häufiger höre, als andere Vornamen.
Die Redaktion von npd-bayern.de möchte dem geneigten Publikum in Zukunft gelegentlich die Worte und Taten von Günther Beckstein in Erinnerung rufen, versucht dieser doch in ganz besonders billiger Weise auf „harter Hund“ und konservativer Rettungsanker zu machen.

Beckstein war bekanntlich zusammen mit seinem Duz-Freund Michel Friedman einer der Redner auf einer Kundgebung in Nürnberg, als während der Fußball-Weltmeisterschaft Stimmung gegen den iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad gemacht werden sollte. Vor einem aus der ganzen BRD zusammengekarrten Mob mit Israel-Fahnen ergingen sich Beckstein und Friedman in wüsten Drohungen und Beschimpfungen gegen das Staatsoberhaupt der in Nürnberg spielenden Fußball-Nationalmannschaft des Iran.
Ein Bürger, der dieses Verhalten nicht unwidersprochen lassen wollte, schrieb Innenminister Beckstein daher einen Brief, den wir an dieser Stelle nachträglich dokumentieren wollen.
Der Verlauf der großen, wie der kleinen Politik (Überfall Israels auf den Libanon, Ausweitung der Kriege im Irak und in Afghanistan, Drohungen gegen den Iran, Verurteilungen von Germar Rudolf und anderen „Meinungsverbrechern“, steigende Repression in Bayern gegen nationale Bestrebungen usw.) lässt durchaus den Gedanken zu, wer ein Verbrecher ist.



Karl Schönherr


Herrn
Dr. Günther Beckstein
c/o.Bayerisches Staatsministerium



18. Juni 2006

Betr.: Ihr Nürnberger Auftritt

Herr Dr. Beckstein,

es hat zwar ein wenig gedauert, mir darüber klar zu werden, ob es sich überhaupt lohnt, sich mit derartigen Spektakeln mehr zu beschäftigen, als sie, nolens volens, nur zur Kenntnis zu nehmen und so schnell wie nur möglich der mentalen Endablage zuzuführen. Allerdings ließ es sich aber doch nicht unterdrücken, daß, wegen mangelnder Evidenz, es, und so zumindest prophylaktisch, im Sinne der seelischen Hygiene etwas gibt, das unmißverständlich und notwendig festzustellen ist.
Es mag ja als Ausdruck eines spezifisch fränkischen Lokalkolorits von Ihrer Zuhörerschaft ästimiert werden und zu Figuren Ihres Schlages gehören, daß Sie sich bei gegebener Gelegenheit zur Absonderung demagogischer Tiraden in der Gossensprache eines Pöbels prostituieren, wovon die Nürnberger Zeitung schreibt: ". Verbrecher wie Ahmadinedschad sind bei u n s nicht willkommen", um Sie dann weiter zu zitieren: "Es ist wichtig, daß wir unsere Solidarität mit den jüdischen Gemeinden und mit Israel bezeugen".
Abgesehen von der dekrepiden Rolle als drittklassigern Sykophant und - dies als besonders exquisites Markenzeichen für "Anständiges" nicht zu vergessen - an der Seite des koksenden Nutten-Beschälers Paolo Pinkel - mit der Sie das Ihnen angemessene Publikum ergötzt und zu lustvollem Gekreische animiert hatten, ist es die nicht deutlich genug definierte Reichweite, der von Ihnen benützten Personalpronomen "uns" und " wir". Den pluralis majestatis möchte ich nicht unterstellen, aber daß sie sich nur auf den zusammengekarrten Haufen Ihrer Akklamateure bezogen, ist auch nicht ohne weiteres anzunehmen. Insofern bezögen sie sich auch auf jene, die wie die 500.000 Nürnberger, trotz aller diesbezüglichen Anfeuerungsrufe, sich nicht zu den 1.200 "die aus dem gesamten Bundesgebiet nach Nürnberg kamen", gesellen wollten, wofür ja spricht, daß Sie in aller Unbekümmertheit daherschwadronierten: " . daß Bayern und Deutschland, ebenso wie die gesamte westliche Welt fest an der Seite Israels . stehen" (aus Gründen der Korrektheit schenke ich mir den Rest des Satzes; liegt hierzu in diesem Zusammenhang, auch keine,Aussage des iranischen Präsidenten vor). Nun mögen Sie ja mit dieser Behauptung gar nicht so falsch liegen - obwohl, was die Menge betrifft, da gibt es ja die bekannte Geschichte von den Ernährungsgewohnheiten von Millionen Fliegen; trotzdem, es wäre eine unverschämte Impertinenz, wollten Sie mich in Ihrer prätentiösen "Alles-mir-nach"-Attitude für Ihr beschissenes "Wir"-Gefühl reklamieren. Sei es darum, daß es der Befindlichkeit der Mehrheit in diesem deutsch-türkisch sprachigen US-Fußabdruck, eine gewaltsame Landnahme ignorierend, entspricht, sich an die Seite der Staatsterroristen des nahöstlichen Vertreiber-, Raub-, Mord-, Folter-und Mauerstaates zu stellen - ich habe keinerlei Veranlassung, diesem indoktrinierten Verein beitzutreten. Und gäbe es die Gelegenheit, der Präsident des Iran wäre mir jederzeit ein willkommener Gast - insbesondere, weil er nicht nur, weder in Wort, Schrift noch gar in Taten, meinem Volk irgendeinen Schaden zugefügt hat. Im Gegenteil. Das, was er in dem Gespräch mit dem SPIEGEL aussagte, mag der auschwitz-präparierten Bevölkerung dieser BRD/OMF als unerhörtes Sakrileg erscheinen, an der Richtigkeit seiner Worte ändert das jedoch überhaupt nichts.
Wenn Sie, Herr Dr. Beckstein, sich erlauben, einen Mann einen "Verbrecher" zu nennen, dann sind Sie, weil Sie wissen, daß die von Ihnen unterstellte Behauptung, er wolle die Juden von der Landkarte löschen, sie also ermorden, eine Verleumdung ist, ein billiger Kalumniant. Und wenn Herr Ahmadinedschad eine Geschichte anzweifelt, eine unabhängige, einer freien Wissenschaft würdige Überprüfung bisheriger Forschungsergebnisse fordert, was von Ihnen und der in Ihrem Geist Agierenden als Häresie gegen die "Offenkundigkeit" diffamiert und denunziert wird und, damit nicht genug, der Sanktion eines eigenst hierfür kreierten perversen Strafparagraphen verfällt, dann darf, und das, weiß Gott, nur pars pro to, hierzu der Papst aller Exterminationisten, Raoul Hilberg zitiert werden:
".no scientific study or autopsy has ever been done to prove the existence of Nazi gas-chambers".
Das Zitat stammt aus der Toronto Star vom 18. Jänner 1985 - also vor den hierzu bahnbrechenden Arbeiten eines, auch von Ihnen in aller semantischer Liderlichkeit als "Neonazi" und "Antisemiten" punzierten deutschen Wissenschaftlers, nämlich Germar Rudolf. Die Arbeit dieses Mannes und seiner Weggefährten in ideologischer Verklemmung "pseudowissenschaftlich" zu nennen - das ist in der Tat einer Auszeichnung mit dem Cesare-Cremonini-Preis würdig.
Nein, Herr Dr. Beckstein, ich gehöre Ihrer Glaubenskongregation nicht an; wenn ich aber schon nicht "wissen" darf, es sei denn, ich verfügte über das Gemüt eines Kamikaze, dann gestatte ich mir zu sagen, daß mir die Holocaust-Geschichten in jeder Richtung scheißegal sind. Ich kann, weil die Gedanken ja (noch??) frei sind, den Reste meines Lebens auch ohne deren Verkündigung verbringen.
Ungeachtet dessen aber bleibt dem iranischen Präsidenten mein Dank für seine ermutigenden, aufrechten Worte für mein Volk, das sich gewiß von der "Bevölkerung" unterscheidet. Wenn es Sie jedoch weiterhin gelüstet, sich je nach Opportunität in der Rolle des Biedermannes (s.die Pressemitteilung Ihres Hauses, die gnädigerweise Ihre Flegelei, Herrn Ahmadinedschad als "Verbrecher" zu bezeichnen, nicht wiederholen wollte) oder des Brandstifters zu kaprizieren, so mögen Sie es in der Gewißheit, allezeit Ihre Hofjubler vom Schlage einer Sharon Chaffin zu finden, tun; daß ich, auch aus Mangel an Affinität zur Nomenklatur von Rotzbuben-Obszönitäten, Sie dafür verachte - ich denke, Menschen Ihres Schlages können damit leben. Sollte Ihnen jedoch je einfallen, mich eines Besseren belehren zu wollen - nun denn, wie wäre es demnächst in Stralsund, wenn die Notbeleuchtung aus dem Weißen Haus seiner Kolonie einen Besuch abstattet? Dort wäre zweifellos die Gelegenheit einer Wiedergutmachung gegeben. Da wäre es wirklich ein tolles Erlebnis (und fände womöglich auch da Resonanz, wo man Ihnen die Gefolgschaft verweigert), würden Sie diesem Hanswurst der mafiotisch agierenden Ostküsten-Schurken ein markiges "Verbrecher" entgegenschleudern. Verdient hätte er es doch, oder sind Sie etwa anderer Meinung??

Mit der dem Thema angemessenen Empfehlung

gez. Schönherr
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Samstag 15.06.2013
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