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12.02.2009

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Der Watschenmann!

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Heute wurde im Deutschen Bundestag Karl-Theodor zu Guttenberg als neuer Wirtschaftsminister vereidigt. Er tritt die Nachfolge von Michael Glos an, der am vergangenen Wochenende den Bettel hingeworfen hatte.
Der Müllermeister aus Prichsenstadt hatte bekanntermaßen das Wirtschaftsressort nur notgedrungen übernommen, nachdem der damalige CSU-Superstar Stoiber – der Anfangs gar nicht genug Kompetenzen an sich reißen wollte – es sich anders überlegte und in München weiterwurstelte, bis er von Huber, Beckstein und Frau Pauli erledigt wurde. Da Glos natürlich als Wirtschaftsminister den Zwängen von Internationalisierung und Globalisierung unterworfen war, scheint er nur Dienst nach Vorschrift gemacht zu haben. Aber kurz nach seinem Amtsantritt überraschte Michael Glos den aufmerksamen Zuseher bei der Fernsehsendung „Sabine Christiansen“ am 13. November 2005, bei der über die Verschuldung der BRD palavert wurde, mit einem für etablierte Politiker überraschenden Eingeständnis. Glos sagte damals: „Wir können nicht willkürlich Geld drucken, wie die Amerikaner. Da gehört auch eine gewaltige – ja, wie will ich sagen – Stärke dazu. Von der militärischen Stärke beginnend, bis zur innovativen Stärke. Bis zur Tatsache, daß man eine Währung hat, die immer noch das Vertrauen des größten Teils der Welt hat. Diese Möglichkeiten haben wir als relativ kleines Land nicht.“
Glos wird damals schon geahnt haben, wohin die Reise geht. Daß er jetzt nicht in den Schlamassel des Unterganges geraten will, ist verständlich. Der Eselstritt gegen Seehofer, Merkel und Steinbrück auch.
Seehofer schickte die aktuelle CSU-Geheimwaffe, oder sollte man besser sagen: die letzte Granate, an die Front. Zu Guttenberg betonte ja, er verstehe etwas von Wirtschaft, weil er sich bereits in der „freien Wirtschaft“ bewährt habe. Nun gut, die Tätigkeit in einem Drei-Mann-Unternehmen, welches das Vermögen derer zu Guttensbergs verwaltet, sozusagen die eigenen Sparbücher kontrolliert werden müssen, ist zwar besser als Gewerkschaftssekretär oder Verbandslobbyist, aber eine Bewährung im wirklichen (Wirtschafts-) Leben sieht nun mal anders aus. Bisher galt zu Guttenberg ja eher als „Außenpolitiker“, als „Transatlantiker“. Dies sah in der Regel so aus, daß er bei den US-Amerikaner darum bettelte, sie mögen doch bitte, bitte ihre Truppen nicht aus Bayern und insbesondere nicht aus Bamberg abziehen. Daher wird schon länger vermutet, daß er seine Haare nicht mit Gel, sondern mit Vaseline in Form bringt, damit er seinen amerikanischen Freunden besser in den Allerwertesten kriechen kann. Vielleicht erfährt zu Guttenberg auch ziemlich rasch, daß die USA – im Gegensatz zum Geschwätz vom freien Welthandel (ein Euphemismus zur Ausraubung der Völker durch die Hochfinanz) – zur Rettung ihrer Wirtschaft den Protektionismus wiederentdecken wird. Was Schäfer-Gümbel für die SPD in Hessen war, nämlich der Watschenmann für die unabweisliche Wahlniederlage, wird zu Guttenberg für die Bundesregierung und die CSU. Bis zur Bundestagswahl, nach dieser wird vermutlich ein FDP-Kader das Wirtschaftsressort übernehmen, kann zu Guttenberg einerseits kaum eigene Akzente setzen, dies ist realistisch betrachtet nicht möglich, und er wird die Talfahrt der Wirtschaft in diesem Land lediglich als Zuschauer kommentieren können.
Der zweite Watschenmann heißt Alexander Dobrindt. Der Bundestagsabgeordnete au Weilheim ist dazu auserkoren, zu Guttenbergs Nachfolger als CSU-Generalsekretär zu werden. Er muß die bevorstehenden Wahlen organisieren und diese mit 50 Prozent plus X zu gewinnen. Auch dies ist ein Himmelfahrtskommando, eine „mission impossible“. Nach der krachenden Niederlage bei der Landtagswahl im vergangenen September schaut die CSU mit Schaudern auf die bevorstehende Europawahl. Hier droht den Schwarzen das nächste Debakel. Denn es wird ihnen auch unter Seehofer nicht gelingen, die Verluste wett zu machen. Damit wird die CSU aus dem Europaparlament verschwinden. Und das ist auch gut so. Handelt es sich bei den Europaparlamentariern doch ausnahmslos um ausgewiesene Globalisierer, die maßgeblich die Abwicklung der Souveränität der Nationalstaaten betreiben. Wie verzweifelt die Führung der Christsozialen sein muß, zeigt die Harakiri-Aktion in Oberfranken, als man die Strauß-Tochter Hohlmeier, die schon auf der Polit-Sonderdeponie gelagert war, wieder aufbereitet und als „Zugpferd“, als „Prominente“ auf die Oberfranken losläßt.
Wem das Schicksal unseres Landes nicht völlig egal ist, muß sich von den Bankrotteuren Deutschlands abwenden und sich für eine nationale Erneuerung einsetzen. 2000 Jahre nach Hermann dem Cherusker, 200 Jahre nach Andreas Hofer und 20 Jahre nach der mitteldeutschen Revolution. Heute steht die Nationaldemokratische Partei Deutschlands für soziale Gerechtigkeit, nationale Selbstbestimmung und Identität. Helfen Sie mit!
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