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02.11.2009

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Widerliche Doppelmoral!

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Seit einigen Tagen steht in Nordrhein-Westfalen der 88jährige Heinrich Boere vor Gericht, dem vorgeworfen wird, als Angehöriger eines deutschen Kommandos an der Erschießung von drei niederländischen Untergrundkämpfern beteiligt gewesen zu sein.
Vor einigen Monaten hat ein Gericht in München den ehemaligen Gebirgsjägerleutnant Josef Scheungruber wegen Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Scheungruber habe die Erschießung von 10 italienischen Zivilisten im Jahre 1944 zu verantworten, nachdem bei einer Partisanenattacke mehrere deutsche Soldaten seiner Einheit getötet wurden….

Viele Städte und Dörfer des deutschen Ostens haben ihre Massengräber, in denen die Deutschen verschwanden, die sich nicht rechtzeitig vor der Roten Armee und den nachfolgenden Besatzern und Partisanen in Sicherheit bringen konnten. So wurden in diesem Jahr in Marienberg (Ostpreußen) mehrere Massengräber entdeckt. Aber auch den deutschen Soldaten, die sich nach der Kapitulation ergeben und ihre Waffen niedergelegt hatten, ging es oft nicht besser als der Zivilbevölkerung. Von den zwei Millionen vermissten deutschen Soldaten dürfte der größte Teil in nach Kriegsende angelegten Massengräbern gelandet sein. In diesem Frühjahr wurde ein Massengrab an der kroatisch-slowenischen Grenze mit den sterblichen Überresten von 4500 deutschen Soldaten entdeckt, die im Mai 1945 von jugoslawischen Partisanen ermordet wurden. Zur gleichen Zeit wurde an der kroatisch-ungarischen Grenze ein Massengrab mit 1500 Leichen von kroatischen Soldaten entdeckt, die auf Seiten der Deutschen kämpften und im Juni 1945 von jugoslawischen Partisanen umgebracht wurden. Nach Darstellung des kroatischen Innenministers Karamarko gibt es in Kroatien rund 840, in Slowenien 600 und in Bosnien-Herzegowina etwa 90 solcher Massengräber. Von den rund 230 000 in jugoslawische Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten sind etwa 80 000 ermordet worden. Auch die deutsche Minderheit in Jugoslawien wurde von den kommunistischen Partisanen nahezu ausgerottet. Mindestens 130 000 von ehemals 500 000 Donauschwaben in Jugoslawien wurden umgebracht.
Im Jahre 1986 gab ein in Kanada lebender ehemaliger Tito-Partisan an, daß sich im Mai 1945 auf der Insel Rab 3500 deutsche Soldaten ergeben haben, diese anschließend auf jede mögliche Art gefoltert und anschließend in einen alten Bunker verschleppt worden sein. Dort wurden ihnen die Hände mit Draht auf dem Rücken gebunden und der Eingang zugemauert und betoniert. In Istrien haben Tito-Partisanen gefangene Deutsche lebend in die Karsthöhlen geworfen.
Keines dieser Verbrechen wurde jemals gesühnt! Im Gegenteil – die zahlreichen noch lebenden Massenmörder auf Seiten der ehemaligen Kriegsgegner erhalten Generalabsolution, während „deutsche“ Staatsanwälte höchste Befriedigung dabei empfinden, Wehrmachtsveteranen wegen Verstrickungen, die meistens ihrem militärischen Einsatz geschuldet waren, vor Gericht zu zerren. Wie sagte doch Josef Scheungruber nach seiner Verurteilung einem Fernsehjournalisten: „Ihr habt doch keine Ahnung, ihr wißt doch gar nicht, was Krieg ist.“
Und heute? Anfang September in in Afghanistan: Ein Bundeswehroffizier forderte „Luftunterstützung“ bei den US-Truppen an, nachdem wenige Kilometer vom Bundeswehrstützpunkt in Kundus zwei Tanklaster von Talibankämpfern entführt wurden. Der Luftangriff fordert nach unterschiedlichen Angaben zwischen 75 und 142 Toten, darunter mehrere Dutzend Zivilisten.
Der ehemalige Verteidigungsminister Jung kündigte an, den Vorfall prüfen zu lassen, die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Ermittlungen eingeleitet.
Was ist eigentlich der Krieg der Gegenwart? Es ist der sogenannte asymmetrische Krieg, man kann ihn Terrorismus nennen oder Guerillakrieg, Aufstandsbewegung oder politisch bemäntelte Kriminalität. Kämpfende Truppe und Zivilbevölkerung ist nicht zu unterscheiden. Nicht anders hat es Josef Scheungruber in Italien erlebt oder die deutschen Soldaten in Rußland, Frankreich oder den Niederlanden.
Es gehört zu den perfiden Methoden der Bewußtseinsingenieure, deutsche Soldaten des zweiten Weltkrieges in Gänze zu Verbrechern und Monstern abzustempeln und Verfehlungen und Verbrechen von US- oder Bundeswehrsoldaten in der Gegenwart als bedauerliche Einzelfälle zu bagatellisieren, die allerdings zur weltweiten Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie in Kauf genommen werden müssen. Kurz, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Eine widerliche Doppelmoral zulasten der Opfer unseres Volkes und seiner Soldaten.
 

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