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22.03.2010

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Schämen Sie sich, Bischof Müller!

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Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat es mit einer Predigt auf einen Spitzenwert auf der nach oben offenen Erregungsskala des Zentralrats der Juden geschafft.
Müller meint die Medienberichterstattung über die unsäglichen Mißbrauchs- und Mißhandlungsfälle in katholische Einrichtungen als kirchenfeindliche Kampagne bewerten und mit kirchenfeindlicher Agitation der Nationalsozialisten in den dreißiger Jahren vergleichen zu müssen. Müller meinte, daß es gerade die katholischen Landfrauen gewesen seien, die sich gegen die Nationalsozialisten gestellt hätten.
Zunächst einmal ist festzustellen, daß Müller, der gemeinhin als „konservativer“ Kirchenmann dargestellt wird, ein eifernder Geistesbruder von linkextremen Gewaltverbrechern – auch bekannt unter der Eigenbezeichnung Antifa – ist. Müller läßt keine Möglichkeit aus, gegen die Regensburger, die Oberpfälzer und die Bayerische NPD zu hetzen, wenn diese in seinem Machtbereich Veranstaltungen durchführt. So gebärdete sich Bischof Müller im Jahr 2006 besonders radikal gegen den in Regensburg stattgefundenen NPD-Bayerntag.
Angesichts der Mißbrauchsskandale in der katholischen Kirche greift Müller zu einem bekannten Ganoventrick: Seht her, da gibt es noch welche, die viel schlimmer sind als wir, die Nazis, und gegen die haben die katholischen Landfrauen vor 80 Jahren schon gekämpft.
Sicher gab es unter den Nationalsozialisten Gegner der katholischen Kirche und diese Gegnerschaft hatte verschiedene Gründe: politische, religiöse und kulturelle. Und das Verhalten von Typen wie Müller oder seiner evangelischen Kollegin Käßmann, die zur Fastenzeit (!) besoffen Auto fährt, und wenn sie nüchtern ist, im „Kampf gegen Rechts“ alle Register zieht, trägt eben nicht unbedingt dazu bei, daß nationale Menschen in kirchlichen Würdenträgern Vorbilder und Respektspersonen sehen. Es ist einsichtig, daß dies ausdrücklich nichts mit der Religion zu tun hat, sondern im politischen Wirken von Personen begründet ist.
Wer ständig auf andere einprügelt darf sich nicht wundern, wer er – bei Änderung der Machtverhältnisse – auch von dieser bitteren Medizin verabreicht bekommt, getreu dem alten Bibelwort: „Auge um Auge, Zahn um Zahn!“.
Und sofern es Müller vergessen haben sollte, so sei er daran erinnert, daß es die Kirchen in Deutschland einem 1933 zum Reichkanzler gewählten Katholiken zu verdanken haben, daß die Kirchensteuer vom Staat eingetrieben wird.
In einem hat Müller aber sicher recht, nämlich daß linke und linksliberale Kräfte versuchen, die katholische Kirche zu diskreditieren, weil sie hier immer noch einen Hort des traditionellen Familienbildes, der Gegnerschaft von Abtreibungen, der Ablehnung der zunehmenden Verschwulung der Gesellschaft und ganz allgemein traditionell konservativer Werte sieht.
Das Problem ist allerdings, daß die Amtskirche in weiten Teilen mit ihrem Personal diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird und daher ein massiver Vertrauensverlust eingetreten ist, der sich seit Jahren in immer höheren Austrittszahlen bemerkbar macht.
Aus Feigheit, aus Opportunismus und teilweise aus Überzeugung wehrt man sich nicht gegen die zunehmende Islamisierung unseres Landes. Gegen Kinderschänder, gegen pädophile Lumpen wurde nicht mit der nötigen Konsequenz vorgegangen. Über eine derartige Toleranz seitens der Geistlichkeit würden sich NPD-Mitglieder gewiß freuen.
Religion ist Privatsache, doch verkennt auch die NPD Bayern nicht die Bedeutung des Glaubens für ein Gemeinwesen, für ein Volk. So haben die Polen durch ihren starken Katholizismus ihre Identität auch in den Jahren ohne eigene Staatlichkeit zwischen dem protestantischen Preußen und dem orthodoxen Russland erhalten können.
Auch für die deutschen Südtiroler waren ihr Glaube und ihre vorbildlichen Kirchenmänner seit der italienschen Okkupation ein wichtiges Bollwerk zum Erhalt ihres Volkstums. Man soll also das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die meisten Menschen brauchen etwas, woran sie glauben können, was ihnen in schwerer Zeit hilft, diese zu überstehen oder einfacher zu ertragen. Es mag dies Gott sein, Jesus Christus, die Vorhersehung, das Schicksal, die Natur oder was auch immer.
Was wir nicht brauchen, sind Leute wie Bischof Gerhard Ludwig Müller, die durch ihr Reden und  Handeln dafür verantwortlich sind, daß der Zustand ihrer Kirche so ist, wie er ist. Und daran sind nicht die Berichte über Kindesmißbrauch schuld.
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