13.04.2010
In Wien soll es noch lange nach dem Untergang der Monarchie ein K.u.K. – Forstamt gegeben haben, in dem ein Stab Wirklicher und Geheimer Hofräte in wohlgeheizten Amtsstuben eine transsylvanische Domäne verwaltete, die nur noch auf dem Papier existierte.
Ähnliches scheint, folgt man den Aussagen des Verteidigungsministers zu Guttenbergs, auch bei der Bundeswehr der Fall zu sein, in der die Strukturen teilweise noch den Geist von vor 20, 25 oder 30 Jahren atmeten.
Diese Aussage des oberfränkischen CSU-Bezirksvorsitzenden, so deren Inhalt denn zutreffen sollte, bedeutet nichts anderes, als daß alle seine Vorgänger Pfeifen und Versager gewesen sein müssen. Nun ist die Bundeswehrgeschichte eine endlose Abfolge von Reformen und eigens dazu bestellten Kommissionen, wie z.B. die nach dem Altbundespräsidenten von Weizsäcker benannte.
Die Aufgaben der Bundeswehr von heute sind sicher nicht mit denen des Jahres 1985 zu vergleichen, als sich im Kalten Krieg die beiden Blöcke der Sieger über Deutschland in unserem geteilten Land waffenstarrend gegenüberstanden. Nach der deutschen Teilvereinigung 1990 wurden aus dem Bestand der ehemaligen NVA modernste MiG-Kampfflugzeuge u.a. an Polen verschenkt, die Masse der Panzerwaffe der Bundeswehr an zweifelhafte „Verbündete“, wie die Türkei, verschleudert und verschrottet, das Territorialheer aufgelöst, jahrhundertealte Garnisonen aufgegeben, die Wehrpflicht auf lächerliche und sinnlose sechs Monate zusammengestrichen.
Von einem deutschen Volksheer ist nichts mehr übrig geblieben und das ist auch so von der politischen Klasse gewünscht. Was geblieben ist, erscheint als häßliche Mißgeburt, als Zwitter zwischen Alibi-Wehrpflichtigen und Freiwilligen, denen mangels anderer wirtschaftlicher Perspektiven der reichliche Sold der Auslandseinsätze lockt. Und das gänzlich ohne Risiko, denn was sind schon 39 Tote und ein paar Dutzend Verletzte in acht Jahren? Da kommen in diesem Zeitraum wesentlich mehr Berufskraftfahrer oder Bauarbeiter bei Unfällen ums Leben und das häufig für Löhne, mit denen sie gerade ihre Familien ernähren können.
39 Gefallene hatten manche Kompanien der Wehrmacht an einem einzigen Tag, ein Infanterieleutnant hatte ab dem Jahr 1944 eine statistische Überlebenszeit von zehn Tagen an der Front. Bei einer derartigen Lebensgefahr würden sich die meisten Bundeswehr - Freiwilligen eher bei der für sie zuständigen Agentur für Arbeit melden.
Aber genau das ist ja das Kennzeichen von Legionären, das ist die Mentalität von Söldnern, daß sie ihre Haut nur für ein kalkuliertes Risiko zu Markte tragen. Und genau wie bei der Fremdenlegion schaut jetzt die ethnische Zusammensetzung in vielen Teilen der Bundeswehr aus: Türken, Neger, Araber, Asiaten, radebrechende Osteuropäer, kommandiert vielfach von Offizieren, die ebenfalls ausschließlich ihrer Karriere und ihrem Geldbeutel verpflichtet sind und keine Sekunde zögern würden, im Falle eines Falles auf Befehl von Merkel und Co. auf die eigene Bevölkerung schießen zu lassen. Eine durch und durch politisierte Bundeswehr, gegen die die Deutsche Wehrmacht ein Hort von Liberalität und freier Meinungsäußerung war, kennzeichnet das vorläufige Ende der deutschen Militärtradition. Ein schändliches, ein schmähliches Ende.
Die Bundeswehr ist heute eine zur Landesverteidigung unfähige Truppe, die ausschließlich in den Dienst fremder Interessen gestellt wird. Und weil noch nicht jede Dienststelle der auf dem Papier immerhin 350 000 Männer und Frauen zählenden Armee auf diesen Söldnerdienst eingestellt oder ausgerichtet ist, setzt der Verteidigungsminister, der sich ehrlicherweise in Auslandseinsatzminister umbenennen sollte, eine Kommission ein, als deren Leiter der derzeitige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, ein Oberst der Reserve, fungieren soll. Weise soll die Führungsstrukturen straffen und effizienter machen, Doppelkompetenzen abschaffen und vieles mehr, was sich im Laufe der Zeit in den wohlgeheizten Amtsstuben an Bürokratie ohne den echten Ernstfall verselbständigt hat. Oberst Weise soll eine Aktion „Heldenklau“ Marke BRD in Gang setzen. Guttenberg war nämlich der Meinung, daß von den 350 000 Bundeswehrangehörigen zu wenige „frontverwendungsfähig“ seien. Man darf stark bezweifeln, ob es Weise gelingt, aus übergewichtigen Schreibstubenhengsten, lethargischen Kammerbullen oder auf den Feierabend fixierten Aktentaschenträgern motivierte Verteidiger der westlichen Werte am Hindukusch zu machen. Wenn es nicht gelingt, macht das aber auch nichts, dann wird die nächste Kommission eingesetzt.
Es ist im Übrigen auch bezeichnend, daß für die neue Kommission der Chef der Bundesagentur für Arbeit benötigt wird, der in seinem Hauptberuf (neben einem Aufsichtsratsposten) scheinbar nicht ausgelastet ist. Aber so ist es eben. Der vorbildliche General Günzel, ein Praktiker, wird unter unwürdigen Umständen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, weil er nicht zu den stromlinienförmigen Apparatschiks gehörte.
Weise wird natürlich scheitern, ebenso wie die US-Armee, samt Bundeswehr in Afghanistan scheitern werden. Notwendig ist eine Komplettreform der Bundeswehr und dieses Landes nicht gegen altes Denken, sondern zu preußisch-deutschem Denken. Jeder andere Weg führt ins Chaos und schadet unserem Land und unserem Volk.