20.04.2010
12. April: Früh morgens um 5 Uhr brechen vier Mann in einem PKW von München auf um die Kameraden der NPD in Nordrhein-Westfalen im Landtagswahlkampf zu unterstützen.
Ziel war ein kleiner Ort in der Nähe von Düren, wo die Unterkunft beim Kreisvorsitzenden der NPD-Düren vorgesehen war. Kurz vor 13 Uhr konnte dort die Quartiereinweisung vorgenommen werden. Gleich danach wurden die ersten 4000 Zeitungen und Flyer ins Auto gepackt, obendrein noch einige Plastikplakate, die alle schon mal im Einsatz waren. Dann ging es los nach Kerpen, einer Stadt südlich von Köln mit gut 60.000 Einwohner. Dort wurde bis nach 19 Uhr sehr effektiv verteilt: Rund 3000 Flugblätter und Zeitungen wanderten in die Hausbriefkästen. Erstmals wurde die Anweisung streng beachtet, wonach bei der Aufschrift „Keine Werbung“ nichts einzuwerfen ist. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurden noch einige Plakate aufgehängt. Am südlichen Ortsende wurde der Trupp dabei von einem Ausländer aus dem fahrenden Auto heraus beschimpft, der mehrfach wendete und an den Aktivisten hupend vorbeifuhr.
Dienstag, 13. April, 9 Uhr: In Aachen Treffpunkt mit einem örtlichen Aktivisten. Der junge Mann erzählt, daß die Antifa ihm die Nacht zuvor einen Autoreifen zerstochen hat. In der nördlich von Aachen gelegenen Gemeinde Würselen beginnt die Verteilaktion. Im Stadtteil Aachen-Laurensberg stoßen später zwei weitere Aktivisten hinzu und auch dort werden in rund 2000 Hausbriefkästen bestückt, was bei Wohnblöcken mit bis zu 120 Wohnungen in kurzer Zeit möglich war. Danach trauen wir uns mit einem der Aktivisten noch in die „Höhle des Löwen“. In der Innenstadt, Nahe der Uni, werden weitere 1200 Flyer verteilt. Hier heißt es aufmerksam sein: In Aachen gibt es eine militante Antifa, die aufmerksam auf jede oppositionelle Regung anspringt. Da wir bis zum Abend verteilen wollen, nehmen wir uns dann noch den Stadtteil Eilendorf vor, in dem viele Einfamilienhäuser sind. Hier sind die Menschen zugänglich. Wenn sie vor dem Haus im Garten anzutreffen sind, bekommen sie unsere Zeitungen oder Flugblätter mit einem freundlichen Gruß direkt in die Hand gedrückt. Mit schweren Füßen geht es gegen 20 Uhr ab ins Quartier, wo die Frau des Kreisvorsitzenden schon mit einem deftigen Abendessen wartet.
Mittwoch, 14. April: Wieder steuern wir Aachen an. Die Stadt hat rund 260.000 Einwohner und wir wollen dort mindestens 10.000 Haushalte mit unseren Infos versorgen. Der Stadtteil Haaren dient zum Aufwärmen. Dann geht es in die Trierer Straße, einem Viertel mit besonders hohem Ausländeranteil, was an den heruntergekommenen Häusern und den Sattelitenschüsseln schnell erkennbar ist. In der Mittagspause sprechen wir mit den Wirt einer kleinen Gaststätte. Wählen? Nein, geht er schon lange nicht mehr. Was soll er auch wählen, die machen sowieso alle die gleiche Politik. Bis in die Abendstunden werden die südlichen und westlichen Stadteile von Aachen noch bestückt. Am Jugendamt hängt ein großes Schild im Fenster „Wir sind Aachen – Nazis gehören nicht dazu“. Wenn die keine anderen Probleme haben, denn auch hier wohnen viele Ausländer. Die bekommen kein Flugblatt von uns- aber das Jugendamt. Vor der Fahrt ins Quartier beschließen wir, frühmorgens noch Plakate zu hängen. Nach gutem Abendessen sind wir um 10 Uhr im Bett.
Donnerstag, 15. April: Um 4 Uhr morgens fahren wir mit Plastikplakaten nach Aachen hinein. Bis zu Beginn des Berufsverkehrs sind alle Plakate gehängt und wir fahren zum Frühstück ins Quartier zurück. Heute steht die Stadt Bergheim, mit 60.000 Einwohnern, westlich von Köln auf dem Aktionsplan. Alle Ortteile – bis zum hinterstes Einfamilienhaus - werden bis zum Abend mit Flugblättern versorgt. Danach werden noch einige Plastikplakate aufgehängt, im Ortsteil Eisdorf direkt vor einer Schule „Gute Heimreise“. Nach dem langen Tag fallen wir nach gutem Abendessen und zwei Bier hundemüde ins Bett.
Freitag, 16. April: Letzter Tag unserer Wahlkampfhilfe. Zum Aufwärmen geht es noch mal nach Bergheim, danach nach Kerpen. Dort wollen wir kontrollieren, ob unsere Plakate noch hängen. Sie waren weg. An einer Stelle hatte man sogar einen Masten umgerissen, um an die Plakate zu gelangen. Schnell werden noch mal einige Plakate gehängt, dann geht es ab nach Frechen, einer Stadt mit knapp 50.000 Einwohner nahe bei Köln.
Zwei Stunden wird dort sehr effektiv verteilt. Nach einer kurzen Mittagspause hängen wir an einer vielbefahrenen Kreuzung die letzten Plakate auf. Hier gibt es positive Reaktionen der Autofahrer: Junge Frauen schmunzeln angesichts der „Guten Heimreise“, ein Autofahrer hupt und zeigt den Daumen nach oben. Bis nach 15 Uhr werden dann noch die letzten Flyer und Zeitungen verteilt. Gute Reaktionen gibt es auf den Flyer „Stoppt Zeit- und Leiharbeit“.
Um 15:30 Uhr geht es wieder zurück nach Bayern.
Insgesamt haben wir über 22.000 Zeitungen und Flyer verteilt und rund 70 Plakate aufgehängt. Wir hoffen damit einen positiven Beitrag für den Erfolg der NPD am 9. Mai geleistet zu haben. Nationale Solidarität der Tat – von Bayern fürs Rheinland.