25.01.2012
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NPD-Bayern besucht FPÖ-Neujahrestreffen in Salzburg
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Zur Hauptseite wechselnEinen Tagesauflug ins benachbarte Österreich unternahm am vergangenen Samstag, dem 21.01.2012, eine Gruppe bayerischer und fränkischer Nationaldemokraten. Ihr Ziel war das Neujahrestreffen der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), auf dem unter anderem der Bundesobmann Heinz-Christian Strache als Redner auftreten sollte. Hintergrund dieser informellen Exkursion waren nicht zuletzt die in den vergangenen Monaten, insbesondere im Vorfeld des NPD-Bundesparteitages im November 2011, geäußerten Warnungen einiger Aktivisten, es würde unter einem Parteivorsitzenden Holger Apfel zu einer FPÖisierung der NPD kommen. Um derartige Vorwürfe sachgerecht überprüfen zu können, bedarf es einer grundsätzlichen Feststellung, was überhaupt unter dem Begriff der „FPÖisierung“ zu verstehen ist. So haben die wenigsten bundesdeutschen FPÖ-Kritiker schon jemals an einer Veranstaltung dieser Partei teilgenommen. Aber gerade eine Gruppierung, die ständig durch einseitige oder verzerrte Medienberichterstattung diffamiert wird, sollte ein gesteigertes Interesse daran haben, sich ein eigenes Bild über einen bestimmten Sachverhalt zu machen.
Gleich zu Beginn des Neujahrstreffens fiel auf, dass die Freiheitliche Partei Österreichs ihren politischen Kampf unter wesentlich einfacheren Rahmenbedingungen als die NPD führen kann. Ein NPD-Neujahrestreffen von diesem Format würde bereits daran scheitern, dass der NPD in der Bundesrepublik Deutschland ein der repräsentativen Salzburgarena vergleichbarer Austragungsort verwehrt bliebe.
Auch wurde – im Gegensatz zu den meisten größeren NPD-Versammlungen – das FPÖ-Neujahrestreffen nicht durch einen Polizeikordon hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt, obwohl in der Nähe rund 200 Linksextremisten gegen die Veranstaltung demonstrierten. Davon unbeeindruckt versammelten sich in der Salzburgarena über 3.500 Anhänger und Sympathisanten der Freiheitlichen. Die Besucher setzten sich aus allen Teilen der österreichischen Bevölkerung zusammen: von jung bis alt, männlich und weiblich, Akademiker und Arbeiter.
Als die aus Bayern angereiste NPD-Delegation eintraf, herrschte bereits eine ausgelassene Stimmung im Saal. Eine Band spielte Schlager und moderne Lieder, es floss Weizenbier und Weißwürste wurden serviert. Die Atmosphäre glich der auf dem Münchner Oktoberfest. Auf den Tischen lagen Rot-Weiß-Rote-Fähnchen aus, deren Verwendungszweck man zunächst nur erahnen konnte.
Nachdem man sich bei Speis und Trank gestärkt hatte, nahm man die auf dem Neujahrestreffen vertretenen Stände etwas näher unter die Lupe. Diese gehörten offenbar ausschließlich FPÖ-nahen Gruppierungen, wie z.B. der Freiheitlichen Mittelstandsvereinigung, dem FPÖ-Bildungsinstitut sowie dem Ring Freiheitlicher Studenten.
Kommerzielle Stände waren hingegen nicht vertreten. Jedenfalls nutzte man die Gelegenheit, um sich mit Informationsmaterial einzudecken und weitere Kontakte in die Republik Österreich zu knüpfen.
Gegen 13:30 Uhr war es dann endlich so weit: Der stellvertretende FPÖ-Bundesobmann Dr. Karl Schnell, seines Zeichens Landesparteiobmann und Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen Parteie Österreichs in Salzburg, eröffnete offiziell das Neujahrestreffen. Kurze Zeit später betrat auch schon der Hauptredner des Tages den Saal: der Bundesobmann Heinz-Christian Strache. Letzterer wurde von einem Meer Rot-Weiß-Roter-Fähnchen in Empfang genommen. Auf der Leinwand im Hintergrund der Bühne war ein Film zu sehen, der Mitschnitte von Auftritten Straches aus Fernsehen und Parlament zeigte. Bereits in dieser Situation, noch bevor HC Strache auch nur eine einzige politische Aussage getätigt hatte, trat ein unbeschreiblicher Personenkult zutage, der nicht nur bei den österreichischen FPÖ-Anhängern Faszination auslöste.
Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Bundesobmann Heinz-Christian Strache begann dieser seine etwa einstündige Rede. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass die Themen nationaler Parteien in der Republik Österreich und der BRD nahezu identisch sind. Strache geißelte das Versagen von SPÖ und ÖVP in finanzpolitischen Angelegenheiten ebenso wie die verantwortungslose Euro-Rettungspolitik, die Masseneinwanderung und die tendenziöse Berichterstattung durch den Österreichischen Rundfunk (ORF). Der Großteil seiner Aussagen war durchaus mit NPD-Positionen kompatibel und hätte auch von einem Holger Apfel stammen können. Unterschiede zur NPD machten sich allenfalls in Bezug auf das Überfremdungsthema bemerkbar, das in Straches Rede eine vergleichsweise schwache Akzentuierung erfuhr, obgleich auch HC Strache ausdrücklich betonte, dass unsere Kinder nicht zu Fremden im eigenen Land werden dürfen.

Die Rede von Heinz-Christian Strache wurde seitens der Zuhörer mit tosendem Applaus quittiert. In diesem Moment konnte man die Aufbruchstimmung innerhalb der FPÖ förmlich spüren: Die Partei, die sich angesichts der aktuellen Umfragewerte von knapp 30 Prozent berechtigte Hoffnung darauf machen darf, ab Herbst 2013 den nächsten österreichischen Bundeskanzler zu stellen, steht ohne jeden Zweifel hinter ihrem Bundesobmann. Die FPÖ hat es mit dieser Besetzung an ihrer Spitze geschafft, innerhalb weniger Jahre über die Grenzen des „Dritten Lagers“ hinaus eine Volkspartei zu werden. Man braucht als deutscher Nationalist an den Äußerungen und Taten Straches nicht alles gut finden – seine Leistung und die der FPÖ verdienen jedoch den uneingeschränkten Respekt der bayerischen Nationaldemokraten.
Ein zeitgemäßes und bürgernahes Auftreten - unter Wahrung weltanschaulicher Grundsätze und Meidung permanenter Klischeeerfüllung – muss zukünftig die strategische Ausrichtung der NPD in allen Landesverbänden bestimmen. Mit unserem Parteivorsitzenden Holger Apfel dürften wir auf einem guten Weg sein, endlich die gesellschaftliche Isolation zu durchbrechen und die Herzen unserer Landsleute zu gewinnen.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die am kommenden Wochenende stattfindende Landesklausur des NPD-Landesverbandes Bayern einfließen. Von der FPÖ lernen heißt siegen lernen.