01.03.2012
Die familienpolitische Sprecherin der Bayern-NPD im ARD-Interview
Den politischen Aschermittwoch in Deggendorf nutzte ein Team der ARD-Sendung „Titel Thesen Temperamente“, um mit der familienpolitischen Sprecherin der Bayern-NPD, Sigrid Schüßler, ein Gespräch aufzuzeichnen. Die von den ARD-Reportern inszenierte Gesprächssituation ließ allerdings – wie bei bundesdeutschen „Qualitätsmedien“ üblich – jede Objektivität vermissen. Einige Momentaufnahmen:
- Sigrid Schüßlers Ehemann wurde in einer Fragestellung als „vorbestraft wegen Waffenbesitz“ denunziert. Die Wahrheit ist, daß es sich um eine Verfahrenseinstellung gegenüber einem 17jährigen wegen eines Deko-Karabiners an der Wand handelte.
- Auch zeigte sich der ARD-Journalist enttäuscht, weil Sigrid Schüßler ihm keine Stellungnahme zur „Familienpolitik der NSDAP“ liefern wollte. Schüßler auf mehrfache Nachfrage: „Ich oute mich jetzt. Ich habe hessisches Abitur! Da habe ich in allen Fächern immer wieder den Faschismus behandelt und habe gelernt, daß Hitler ein Arschloch war und Faschismus ein Verbrechen ist. Aber Quellenstudium oder historische Inhalte kamen mir da nie unter. Anschließend hatte ich die Zeit nicht, mich damit zu befassen, auch fehlte mir ehrlich gesagt das Interesse. Im übrigen bin ich Jahrgang 1969 und Mitglied der NPD, nicht der NSDAP. Zur Politik gekommen bin ich aus der Not heraus, weil ich die Zustände in unserem Staat gerade bezüglich Familien nicht mehr ertragen kann. Das hat mich zu der einzigen Opposition in diesem Land geführt. Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und besitze einen gesunden Menschenverstand, das genügt vollkommen!“ Die Frage, sie präsentiere sich sehr intelligent und selbstbewußt und ob das das Bild der Frau in der NPD sei, beantwortete Schüßler mit einem kurzen: „Ja!“
- Weitere Stänkereien des ARD-Teams gingen bis zu der Unterstellung, Sigrid Schüssler rufe zu Gewalt gegen Ausländer – weil sie in einem Gespräch mit der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ aus dem Jahr 2006 erklärt hatte: „Frösche werden an die Wand geklatscht!“ Der besagte Frosch stammt aus den Grimmschen Märchen und wird dort in der Tat anders als in der Walt-Disney-Kitsch-Version an die Wand geklatscht...
- Inhaltliche Fragen brachte das ARD-Team dagegen so gut wie keine vor. Das Denunzieren von Einzelpersonen, um über Inhalte nicht sprechen zu müssen, ist eine bekannte Taktik der BRD-üblichen Hetzpropaganda. Die familienpolitische Sprecherin der Bayern-NPD stellte sich gleichwohl dem Gespräch, weil sie auf das setzt, was selbst bei willkürlich zusammengeschnittenen Sequenzen „zwischen den Zeilen“ durchkommt. Außerdem: „Wir haben nichts zu verlieren, also können wir nur gewinnen!“ Der ARD-Reporter wirkte dagegen leicht verloren und traurig. So etwas kommt davon, wenn man in der Bundesrepublik Journalist ist.
Sendedaten:
„Titel Thesen Temperamente“, ARD 04.03.2012, 23.15 Uhr
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