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02.07.2012

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Was vom Ruhme Friedrichs des Großen übrig blieb

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Am 24. Januar 2012 jährte sich zum 300. Male der Geburtstag Friedrichs II. 
Der auch als "Alter Fritz" oder Friedrich der Große bekannt gewordene 
preußische König gilt als einer der populärsten Staatsmänner der deutschen 
Geschichte.
Berühmtheit erlangte Friedrich der Große nicht zuletzt aufgrund der 
militärischen Siege der preußischen Armee, die wohl die erfolgreichste ihrer 
Tage gewesen sein dürfte. Vom 15. Juni 2012 bis 30. Januar 2013 erinnert 
eine Ausstellung mit dem Titel "Was vom Ruhme übrig blieb" auf der 
Plassenburg bei Kulmbach an die Waffen, mit denen das preußische Heer 
während der Herrschaft Friedrichs des Großen ins Felde zog.
Es gäbe das Wirken des Preußenkönigs jedoch nur verkürzt wider, wenn man 
dessen fortwährenden "Ruhm" auf antiquierte Degen und Musketen  reduzieren 
würde. Dass in der BRD Erinnerung entweder aus antideutschem Schuldkult oder 
unpolitischer Nostalgiepflege (Militaria, Mittelalterfestivals, etc.) 
besteht, sollte uns nicht davon abbringen, den Blick vor allem auf die 
tiefgreifenden Reformen in Staat und Gesellschaft zu richten, die ein 
Friedrich der Große angestoßen hatte.
Friedrich der Große begriff sich selbst - in Abgrenzung zum französischen 
Absolutismus Ludwigs XIV.- als "erster Diener des Staates". Nicht "L'État, 
c'est moi!"(deutsch: Der Staat bin ich!) sollte zum Credo seines Handelns 
werden, sondern die Erkenntnis, dass ein Staatswesen nur dauerhaft Bestand 
haben kann, wenn sich alle seine Angehörigen ihm verpflichtet fühlen. Diese 
Prämisse fand in Preußen wenige Jahrzehnte nach dem Ableben Friedrichs des 
Großen unter anderem durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 
praktischen Ausdruck.
Das preußische Staatsverständnis, das Friedrich II. aus der Taufe hob, 
prägte in der Folgezeit sämtliche deutsche Herrschaftssysteme - 
einschließlich der jungen Bundesrepublik. Die preußische Staatsidee ist 
damit die Antithese zu westlichem Individualismus, Nachtwächterstaat und 
einer Kultur der Selbstbereicherung. Während der preußische Staat von seinen 
Bürgern Loyalität, Zuverlässigkeit, Fleiß und Disziplin (also die bekannten 
deutschen Tugenden) einforderte, stellte er ihnen seine Schutz-, Ordnungs- 
und Leistungsfunktion zur Verfügung. Dementsprechend durfte das einfache 
Volk auch von den Repräsentanten des Staates ein Mindestmaß an 
Zurückhaltung, Selbstbeschränkung und Bescheidenheit erwarten. Durch 
letztere sollte auch eine persönliche Identifikation des einzelnen Bürgers 
mit seinem Staat ermöglicht werden. Die scheinbare Gegensätzlichkeit von 
Staat und Gesellschaft findet in der preußischen Staatsphilosophie zu einem 
einzigartigen Ausgleich.
Von diesen Ideen Friedrichs des Großen ist in der BRD anno 2012 nicht mehr 
viel übrig geblieben. Eine unappetitliche Melange aus Karrieristen, 
Lobbyisten, Vorteilsjägern und Nationalmasochisten jeglicher Couleur hat 
sich den "Staat zur Beute" (Prof. Hans Herbert von Arnim) gemacht. Für die 
Abwicklung der Reste deutscher Staatlichkeit - z.B. durch Austausch des 
Staatsvolkes oder Errichtung einer europäischen Transferunion - werden die 
Repräsentanten dieser Republik mit großzügigen Diäten belohnt. Nicht wenige 
von ihnen sitzen sogar in den Aufsichtsräten multinationaler Großkonzerne, 
um dort ihre vermeintliche Expertise einfließen zu lassen und nochmals 
abzukassieren. Die herrschende Klasse versteht sich schon lange nicht mehr 
als Vertreterin des Allgemeinwohls - sie hat sich zum verlängerten Arm 
egoistischer Interessensgruppen entwickelt. Die Summe dieser 
Interessengruppen im Hintergrund der öffentlichen Gewalt ist allerdings 
nicht identisch mit der Allgemeinheit: Demoskopische Erhebungen zeigen, dass 
die bundesdeutschen Eliten in den wichtigsten Fragen der Politik entgegen 
dem Mehrheitswillen der Bevölkerung handeln. Das Mandat soll nur noch dann 
vom Volke ausgehen, wenn man dieses für Steuererhöhungen einmal wieder zur 
Kasse bittet. Wie lange sich die Deutschen von diesem fleischgewordenen 
Antipreußentum noch auf der Nase herumtanzen lassen, bleibt abzuwarten.
Eines darf aber bereits heute als sicher gelten: Im Gegensatz zum "Alten 
Fritz" wird man sich der von Großkapital und Ausland gekauften Büttel, die 
uns heute regieren, in 300 Jahren nicht mehr erinnern. Sie werden in unserer 
mehrtausendjährigen Geschichte eine kümmerliche Momentaufnahme bleiben - wie 
ein missglücktes Urlaubsfoto, das mit seiner Entsorgung für immer aus der 
Sammlung des Fotographen verschwindet.
 
 
 
 
 

 

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