02.04.2010
Festnahme auf dem Marienplatz / Richter: „Städtepartnerschaft mit Peking“
Teile der Münchner Behörden werden schon seit längerem von einer besonders heimtückischen Variante des Verfolgungswahns heimgesucht, der Hitlergruß-Hysterie. Doch derzeit häufen sich die Fälle. Am Samstag kam es auf dem Marienplatz erneut zu einer Festnahme wegen eines vermeintlich in der Öffentlichkeit gezeigten „Hitlergrußes“. Opfer ist diesmal der 38jährige Björn-Christopher B. – er hatte während einer Kundgebung vor dem Rathaus ausladende rednerische Gesten vollführt – und wurde prompt von zwei anwesenden Polizisten beim „Hitlergruß“ beobachtet. B. wurde unmittelbar nach der Veranstaltung festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt (!). Gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet.
Erst kürzlich war die 77jährige Rentnerin Rosina G. von einem Münchner Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden – auch sie soll einen „Hitlergruß“ gezeigt haben. Auch in diesem Fall war das vermeintliche Vergehen von einer Polizistin „bezeugt“ worden.
BIA-Stadtrat Karl Richter – auch er Opfer einer jahrelangen „Hitlergruß“-Justizposse – überlegt jetzt, ob er der Stadt München die Aufnahme einer Städtepartnerschaft mit der chinesischen Hauptstadt Peking empfehlen soll – „den rabiaten und garantiert rechtsfreien Umgang mit Dissidenten haben die Pekinger Stadtoberen jedenfalls gut drauf. Mit der Münchner Gesinnungsjustiz würden sie sich prächtig verstehen“, erklärte Richter.
München, 31.03.2010
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