20.04.2010
...und sauteuer: Offman will schlappe 32,5 Mio. Euro für NS-Dokumentationszentrum
Die Stadt hat zwar kein Geld, die Gewerbesteuereinnahmen brechen weg, und die Wirtschaftskrise tut ein übriges. Nur für die Vergangenheitsbewältigung sollen die Millionen nur so sprudeln – jedenfalls wenn es nach den Münchner CSU-Stadträten Marian Offman und Richard Quaas geht.
Die beiden reichten ein Konzept für das künftige Münchner NS-Dokumentationszentrum ein, das im städtischen Mehrjahresinvestitionsprogramm mit sage und schreibe 32,5 Millionen Euro zu Buche schlagen würde und in unmittelbarer Nachbarschaft des früheren „Führerbaus“ in der Arcisstraße umgesetzt werden soll. Das Konzept soll am Donnerstag im Kulturausschluß beschlossen werden.
In der Sitzungsvorlage heißt es zum „Raumprogramm“ des projektierten Zentrums, mit diesem solle „ein Erinnerungs- und Lernort von überregionalem und internationalem Rang geschaffen werden, der den nachfolgenden Generationen eine nachhaltige [!] und zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ermöglicht“. Der Baukörper ist als „exakter Kubus aus Weißbeton mit den Abmessungen 22,50 x 22,50 x 22,50m“ geplant, soll „frei begehbar“ sein, über eine umfangreiche Präsenzbibliothek und ein eigenes „Klimakonzept“ verfügen sowie aktuellen energetischen Standards genügen. Der Kassenbereich soll sogar mit „Alarmtastern ausgerüstet“ sein.
Für BIA-Stadtrat Karl Richter spricht aus dem Entwurf von Offman/Quaas purer Gigantismus, „der es mit seinen 22,50 m Bauhöhe fast zentimetergenau auf Augenhöhe mit den benachbarten NS-Bauten schafft. Im Gegensatz zum Betonkubus des Kultusgemeinde-Vize ist deren Neoklassizismus aber noch immer schön anzusehen.“ Im übrigen sei beim Umgang mit Beton Vorsicht geboten: „Die Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals bröseln heute schon, das könnte Herrn Offmans Betonwürfel auch in München passieren – trotz klimagerechter ´Alarmtaster´...“
München, 20.04.2010
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