03.11.2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
machen unsere gewählten Volksvertreter arbeitswillige Hartz IV-Bezieher zu Arbeitsverweigerern?
Folgender Sachverhalt: Ich selbst bin Hartz IV-Bezieher und war zuvor über 20 Jahre als REFA-Techniker sowie Qualitäts- und Umweltmanagementbeauftragter tätig. Und mein Bestreben ist es natürlich, auch darin wieder Fuß zu fassen.
Jetzt ist folgendes geschehen: Ich hatte vorletzten Mittwoch ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch in Köln (mein derzeitiger Wohnort ist Fürstenzell bei Passau). Letzten Mittwoch konnte ich einen Arbeitsvertrag als Fertigungsleiter unterzeichnen.
Aber jetzt kommt die Sauerei!!! Mir wurden sämtliche Leistungen für Reisekosten, Wiedereingliederung sowie erste Anreise zum Arbeitsort verwehrt, weil ich als „Hartzvierler“ keinen Berufsschutz mehr habe und man der Meinung sei, ich wäre als CNC-Drehe im Landkreis gut vermittelbar.
Frage: Welcher Arbeitgeber nimmt einen Mitarbeiter als CNC-Dreher, wenn er sieht, daß ich sechs Jahre u.a. als Fertigungsleiter und Projektbeauftragter tätig war?
Und so bin ich gezwungen, von Hart IV Reisekosten für 1800 Kilometer, Umzug usw. selber zu tragen, welche bei „normalen“ Arbeitslosen von der ARGE bezahlt werden. Und jetzt kommt noch hinzu, da der Arbeitsort nicht dem Wohnort entspricht, daß für November die H 4- Zahlung eingestellt wird und ich selber versuchen muß, diese in Köln neu zu beantragen. Wenn ich vor Ort wäre, würden mir für November noch Zahlungen zustehen, da das erste Gehalt erst im Dezember gezahlt wird.
Und dies ist kein Einzelfall. Ich kenne mehrere Fälle, in denen „Hartzvierler“ eine Arbeit nicht aufnehmen konnten, weil sie diese nicht vorfinanzieren konnten.
So ist es wirklich nachvollziehbar, daß viele mittlerweile einen regelrechten Haß auf unsere Politiker haben, sich vorkommen, wie Menschen zweiter Klasse, demzufolge die Arbeit verweigern und zu Parteien wechseln, die eine etwas andere Sozialpolitik verfolgen.
Hochachtungsvol
Ein Betroffener