05.07.2012
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Und wieder: „Bürgermeister, die Klartext sprechen“
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Diesmal ein Freier Wähler aus dem Landkreis Aschaffenburg-Alzenau
Hintergrund: eine kleine verschlafene Landgemeinde in Unterfranken am Tor zum Spessart, jeder kennt jeden, jeder spricht mit jedem, die Türken haben eine eigene Moschee, bauen im Garten ihr Gemüse an und sprechen mit ihren Kindern türkisch, wenn sie sie vom Kindergarten abholen. Man grüßt sie freundlich, ißt ihre zuckersüßen Kuchen beim Schulhoffest, die einem Mund und Magen verkleben, und genießt gemeinsam die friedliche Atmosphäre des kleinen Ortes im typisch deutschen Mittelgebirgstal.
Doch im angeschlossenen Neubaugebiet scheinen die Uhren anders zu ticken. Hier will man Anschluß halten an den Geist der Zeit, couragiert Gesicht zeigen – wie so oft anonym – und in ewiggestriger Manier Anfängen wehren, die heutzutage offenbar kein Ende finden dürfen... Da hat sich nun ein Bürgermeister entschlossen vor seine Gemeinde gestellt und sich einmal umgekehrt einer hysterischen „Nazis-Raus“-Aktion erwehrt und nicht angeschlossen.
„Vor Mißverständnissen wird gewarnt!“, so zeichnet er den Aufmacher des wöchentlichen Gemeindeblättchens und gibt eine Lektion im Fach deutsche Geschichte:
„Im Kaiserreich war Schwarz-Weiß-Rot ab 1892 die offizielle Nationalflagge. Von 1922-1933 waren dies auch die dominierenden Farben der Handelsflagge der Weimarer Republik. Das Hissen einer Flagge der Handelsmarine aus dieser Epoche hat wohl in der letzten Woche eine(n) Anwohner(in) im Neubaugebiet...veranlasst, auf einen Karton „NAZIS RAUS, AUS DER K...-STRASSE“ zu schreiben und vor dem Anwesen zu platzieren. Die betroffene Familie ist entsetzt und geschockt mit ‚Nazis‘ gleichgestellt zu werden und verwahrt sich gegen solche Unterstellungen.
Es wurde bei der Polizei in Aschaffenburg Anzeige erstattet; der beschriebene Karton wurde sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht.“
Auch wenn der Bürgermeister nun sein Büßersprüchlein loswerden muß: „Natürlich sollten wir alle auf der Hut sein, wenn es um Aktivitäten aus der rechten Szene geht“, so verdient diese Reaktion dennoch unsere vollste Anerkennung. Auch ruft er abschließend dazu auf, Recht und Ordnung einzuhalten und spricht von „Zweifelsfällen, wo sonst in gängigem unreflektiertem Antifa-Jargon von eindeutigen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ die Rede ist. Wo hört man solches noch: „Aber vorschnelles und eigenmächtiges Handeln, wie in diesem Fall, ist sicher fehl am Platz, im Zweifelsfall sollte Rücksprache mit der Polizei genommen werden.
Valentin Weber
1.Bürgermeister“
Wieder einmal erfreut uns ein Bürgermeister mit eigenständigem Denken und Handeln. Deshalb an dieser Stelle: Gratulation an Herrn Bürgermeister Weber!